Bergstraße

Wiederverwertung Illegale Entsorgung bereitet zu viele Probleme

ZAKB startet Verlagerung der Altkleider-Container

Archivartikel

Bergstraße.Der Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße (ZAKB) holt seine Altkleider-Container von den bisherigen Standorten zurück und verlegt die Container auf die Gelände der Wertstoffhöfe. Das Umsetzen beginnt in dieser Woche.

Mit rund 130 Containern sammelt der ZAKB im ganzen Kreisgebiet alte Kleidung und Schuhe ein. Wie berichtet, landen in den Behältern allerdings immer wieder auch Abfälle, die nicht hineingehören: von Restabfall und Bauschutt über Windeln und Pfannen bis hin zu Elektrogeräten und Essensresten.

„Die illegale Entsorgung in den Containern und auf den Standplätzen verursacht jedes Jahr Kosten in Höhe von rund 100 000 Euro, erschwert den Weiterverkauf der Textilien und sorgt für unzumutbare Arbeitsbedingungen für unsere Mitarbeiter“, erklärt Gerhard Goliasch, Geschäftsführer des ZAKB. „Wir müssen daher handeln – auch im Sinne der Gebührenzahler –, wollen aber gleichzeitig den Service der Altkleiderabgabe für die Bürgerinnen und Bürger weiterhin anbieten.“

Appelle nutzten nichts

Zuvor hatte der Zweckverband über Wochen mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit auf die schwierige Situation aufmerksam gemacht und an die Bürger appelliert, eine korrekte Abfalltrennung vorzunehmen. „Leider blieben unsere Bemühungen erfolglos. Der Inhalt der Altkleider-Container und die Standplätze sehen aus wie zuvor“, konstatiert Goliasch.

Zudem befinde sich der Altkleidermarkt seit Monaten in einem Abwärtsstrudel. Während zum einen die große Warenmenge die Preise auf dem Textilrecycling-Markt fallen lasse, treffe das so genannte „Fast Fashion-Phänomen“ die Verwerter ebenfalls hart: Textildiscounter und große Modeketten brächten in einem immer zügigeren Rhythmus neue Kleidung in zunehmend schlechterer Qualität in die Läden, die immer schneller entsorgt werden müsse. Kleidung sei zu einem weltweiten Massenprodukt geworden.

„Wer sicherstellen möchte, dass ein ‚gutes Stück’ einen Mitbürger erreicht, sollte es bei der Kleiderkammer oder im Second-Hand-Laden abgeben“, sagt Goliasch. Die günstigen Synthetik-Fasern und Mischstoffe hingegen seien selbst für die weitere Verwendung beispielsweise in der Putzlappen-Herstellung oder in der Faserrückgewinnung kaum nutzbar. zg

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