Bergstraße

Wirtschaft 180 Interessenten informieren sich beim siebten Wertpapierforum der Sparkasse Bensheim und der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger

Zalando und Brain im Musiktheater Rex

Archivartikel

Bergstraße.180 Besucher – volles Haus im Rex, fast wie bei einem Rock-Konzert. Doch diesmal machten dort die Sparkasse Bensheim und die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) gemeinsame Sache – mit dem gemeinsamen Ziel, die Aktienkultur in Deutschland zu verbessern. Neben dem neuen Veranstaltungsort hatten auch erstmals die zwei Unternehmen Zalando und Brain die Chance, die Besucher von sich und einem möglichen Investment zu überzeugen.

Nachhaltigkeit überzeugt

Dies gelang vor allem Jürgen Eck, Chief Executive Officer (CEO) von Brain, der mit den bisherigen wissenschaftlichen Erfolgen des Unternehmens punkten konnte: „Nach dem Vortrag von Herrn Eck spiele ich mit dem Gedanken, in das Unternehmen zu investieren“, verrät Andreas Niederberger aus Bensheim, der den Abend bei Wein und Häppchen Revue passieren lässt. „Ich finde die Arbeit, die dort geleistet wird, sehr interessant und wichtig.“ Allerdings wolle er noch vergleichen und abwarten, bevor er sich endgültig für den Kauf von Wertpapieren des Unternehmens mit Sitz in Zwingenberg entscheidet.

Ähnlich geht es Manfred Hüller aus Lautertal, der den Kauf von Wertpapieren beider vorgestellter Firmen nicht ausschließt. „Gerade Brain finde ich interessant, da sie sich mit ihrer Forschung für Nachhaltigkeit und eine gute Zukunft einsetzen.“ Zum Beispiel durch die Gewinnung von Gold aus Erzen und Abfallströmen mithilfe von Mikroorganismen. Ebenfalls von Brain beeindruckt zeigte sich Frieda-Amalia Hohmann: „Allerdings will ich mich noch genauer informieren“, erklärt die Bensheimerin. Bedenken bereiten ihr beispielsweise noch die Pläne des Unternehmens, in Amerika Fuß zu fassen.

Durch die Bekanntheit des Unternehmens Zalando und den Einblick in die Abläufe möchte Nils Pöppinghaus, Manager Investor Relations, das Interesse der potenziellen Aktien-Käufer wecken. Dabei dreht sich in seinem Haus schon lange nicht mehr alles nur um Schuhe – inzwischen gibt es auf der bekannten Online-Plattform auch Bekleidung, Accessoires und Kosmetik zu kaufen. Bei der Präsentation setzt Pöppinghaus auf die bisherigen Erfolge des Unternehmens in Zahlen: etwa 90 Prozent Markenbekanntheit, drei Milliarden Seitenbesuche im vergangenen Jahr und 220 Bestellungen pro Minute. „Dabei liegt die mobile Nutzung, also über die App auf dem Smartphone, bei über 80 Prozent“, so Pöppinghaus. Gegründet in 2008, habe das Zalando-Team mit inzwischen 15000 Mitarbeitern im vergangenen Jahr einen Umsatz von 5,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Dennoch werden kritische Stimmen zum Thema Plagiatsprobleme im Publikum laut, die Pöppinghaus jedoch ausräumt. Die Zusammenarbeit erfolge nur mit den Marken selbst. „Unser Ziel ist es, weiter zu wachsen auf zehn Milliarden Euro bis 2020 und 20 Milliarden bis 2023.“

Beim Vortrag des Zwingenberger Unternehmens Brain stehen die bisherigen wissenschaftlichen Erfolge im Fokus. Die Produkte sind beispielsweise biologische Süßungsmittel als Zuckeralternativen, natürliche Lösungen bei der Gewinnung von Gold und Silber aus Erzen und biologische Konservierungsmittel. „Außerdem hat Brain ein spezielles Heilungsgel für chronische Wunden auf den Markt gebracht, das den Einsatz von lebenden Maden überflüssig macht“, erklärt Eck.

In neue Produkte investiert

Auf den Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (EBITDA) muss Eck aufgrund der Negativzahlen von minus 2,1 für 2016/17, minus 2,8 für 2017/18 und minus 1,7 für 2018/19 näher eingehen: „In den vergangenen Jahren haben wir verstärkt in die Entwicklung neuer Produkte investiert, bei der Gesamtleistung nach Segmenten für 2018/19 konnten wir aber ein Plus von 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwirtschaften.“

Umrahmt wurde der Abend von der SdK und der Sparkasse. Dabei standen unter anderem die Beratungsmöglichkeiten vor Ort, die Zusammenarbeit mit dem Partner Helaba sowie deren Kapitalmarktprognose im Fokus – denn Informieren vor dem Wertpapierkauf ist entscheidend, genauso wie eine breite Streuung in Regionen, Branchen, Unternehmen und ein schrittweiser Einstieg.

„Wir sind mit dem Abend sehr zufrieden“, erklärt Birgit Kissel, Leiterin des Beratungs-Centers Privatkunden der Sparkasse Bensheim. „Uns liegt das Thema Wertpapiere sehr am Herzen, denn die Aktie ist ein solider Bestandteil der Vermögensstruktur. Wir freuen uns, dass diesmal auch jüngere Unternehmer ihre Geschäftsideen und Innovationen vorstellen konnten.“ Die Auswahl der Unternehmen stelle dabei jedoch keine Kaufempfehlung dar.

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