Bergstraße

Zoll achtet auch auf Artenschutz

Archivartikel

4 Elfenbeinschnitzereien stoppte der Zoll vor der Ausfuhr nach Vietnam

Vier große Schnitzereien aus Elefantenstoßzähnen wurden kürzlich beim Zoll am Frankfurter Flughafen zur Ausfuhr nach Vietnam angemeldet. Elefanten sind eine nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen streng geschützte Tierart. Angemeldet hatte die Ausfuhr ein Mann aus München mit asiatischer Herkunft, der keine Ausfuhrgenehmigung für die Elfenbeinfiguren vorweisen konnte. Die Schnitzereien wurden beschlagnahmt.

Washingtoner Abkommen

Der Zoll leistet durch seine Kontrollen einen entscheidenden Beitrag dazu, die Artenvielfalt zu erhalten und die Tier- und Pflanzenwelt zu bewahren. Zum Schutz der wildlebenden Tiere und Pflanzen besteht seit 1973 das „Washingtoner Artenschutzübereinkommen“ (WA). In Deutschland ist es seit 1976 gültig, und bis heute sind 182 Staaten dem WA beigetreten.

Profitträchtiges Geschäft

Circa 5600 wildlebende Tierarten und 30 000 Pflanzenarten sind derzeit gelistet. „Der illegale Handel mit exotischen Tier- und Pflanzenarten ist ein profitträchtiges Geschäft, die Folgen für die Umwelt dramatisch. Verstöße gegen das Washingtoner Artenschutzübereinkommen sind keine Bagatellen. Sie können Geldbußen bis 50 000 Euro oder sogar Freiheitsstrafen nach sich ziehen“, so Christine Straß, Pressesprecherin beim Hauptzollamt Frankfurt.

Lebende Tiere im Postpaket

Im Jahr 2017 wurden beim Hauptzollamt Frankfurt 13 339 artengeschützte Einzelexemplare sichergestellt. Darunter waren 1681 lebende Tiere und 2019 lebende Pflanzen. Sogar lebende Tiere werden per Mausklick bestellt und per Postpaket versandt.

Zwei grüne Baumwarane kamen im Postpaket aus Indonesien am Flughafen an. Ein Waran war bereits vertrocknet, das andere Tier war in so schlechter Verfassung, dass es kurz darauf ebenfalls verendete. Aber auch Musikinstrumente, wie zum Beispiel mit Schlangenhäuten überzogene Geigen oder Gitarren, werden häufig per Internet geordert.

Per Mausklick aus China

In einem weiteren Postpaket aus China, das sich ein Deutscher per Mausklick über ein Internet-Auktionshaus bestellt hatte, entdeckte der Zoll eine Weste aus dem Fell des artengeschützten Polarfuchses. red/BILD: Zoll

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