Bergstraße

Kernenergie Umweltministerium in Wiesbaden spricht von „weiterem Meilenstein“ / Kritik vom BUND

Zweite Abbaugenehmigung für das Atomkraftwerk Biblis

Archivartikel

Bergstraße.Das Umweltministerium in Wiesbaden hat gestern die zweite Genehmigung zum Abbau von Anlagenteilen des Kernkraftwerkes Biblis, Block B, erteilt. „Der fortschreitende Abbau des Kernkraftwerks Biblis ist ein deutliches Zeichen für die Energiewende in Hessen. Die Zukunft gehört den Erneuerbaren Energien, auf deren Ausbau wir uns konzentrieren“, erklärte dazu Umweltstaatssekretär Oliver Conz. Die Genehmigung bedeute einen „weiteren Meilenstein“.

Genehmigt wurde der Abbau aller Anlagenteile, die noch nicht von der ersten Genehmigung umfasst waren. Dazu gehören besonders der Reaktordruckbehälter und das biologische Schild. Die entsprechende Genehmigung für Block A war bereits am 28. April erteilt worden. Beide Blöcke sind bereits seit vergangenem Jahr frei von Kernbrennstoffen.

Mit diesen beiden Genehmigungen werde der Abbau der beiden Blöcke zügig, aber unter strengen Sicherheitsbestimmungen fortgesetzt, ergänzte das Umweltministerium. Der Genehmigungsbescheid kann als PDF-Dokument auf der Internetseite des Umweltministeriums eingesehen werden und wird auch nach der öffentlichen Bekanntmachung zur Einsichtnahme beim Umweltministerium und der Gemeinde Biblis ausgelegt.

„Es mangelt an Transparenz“

Der Bergsträßer Guido Carl, stellvertretender Vorsitzender des hessischen Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), sieht die Genehmigung des Hessischen Umweltministeriums zum Rückbau von Block B im Atomkraftwerk Biblis nicht ohne Kritik: „So gut es ist, dass der Rückbau die Atomkraft beendet, so verwerflich ist die mangelnde Transparenz im Genehmigungsverfahren“, moniert Carl.

Denn in der zweiten Genehmigung werde mit dem Reaktordruckbehälter und dem biologischen Schutzschild der Rückbau der am stärksten belasteten Anlagenteile ermöglicht, ohne dass eine öffentliche Kontrolle stattfinden kann. Der BUND Hessen bekräftige daher seine Kritik an der Vorgehensweise beim Abriss, da es nicht für alle Phasen des Rückbaus eine Umweltverträglichkeitsprüfung gebe. „Diese wäre vor allem wichtig, um den höchstmöglichen Schutz der Bevölkerung vor zusätzlicher radioaktiver Belastung zu gewährleisten“, kritisiert der stellvertretende Landesvorsitzende im hessischen BUND abschließend.

Das Umweltministerium sieht das anders: „Die mit den Genehmigungen getroffenen Regelungen“ gewährleisteten „ein hohes Sicherheitsniveau beim Abbau“. Es bestehe „keine Gefahr für die Bevölkerung und die Umwelt“.

Die Abbaumaßnahmen an den Blöcken am Standort Biblis werden nach Einschätzung von RWE noch bis zum Jahr 2032 andauern. red

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