Bergstraße

Zahlen zur Pandemie Der überwiegende Anteil der positiv getesteten Personen im Kreis hat sich im Ausland angesteckt / Die meisten Infizierten sind männlich

Zwölf Corona-Patienten im Kreis sind genesen

Bergstraße.Am Coronavirus sind im Kreis Bergstraße zum größeren Teil Männer erkrankt. Etwa zwei Drittel der bisher bekannten Infizierten seien männlich, ein Drittel weiblich, erläuterte Gesundheitsdezernentin Diana Stolz in einer Video-Pressekonferenz der Kreisverwaltung. Der überwiegende Teil der Patienten (63,5 Prozent) habe sich nach den Erkenntnissen des Gesundheitsamts im Ausland angesteckt, wobei offenbar ein Schwerpunkt auf Österreich liege.

Keiner der positiv getesteten im Kreis ist unter 15 Jahre alt – aber auch keiner über 80. Jeweils 42,3 Prozent der infizierten Personen seien 16 bis 40 oder 41 bis 60 Jahre alt, der Rest zwischen 61 und 80, fuhr Stolz fort. Das Durchschnittsalter der Erkrankten liege bei 44,8 Jahren. Es seien Stand Mittwoch auch bereits zwölf Menschen im Kreis bekannt, die nach der Infektion wieder gesund sind.

Gesundheitsamt aufgestockt

Angesichts der besonderen Situation sei das Gesundheitsamt deutlich aufgestockt worden, sagte Landrat Christian Engelhardt. Es seien Teams gebildet worden, die sich komplett auf die Krisenbewältigung konzentrieren. „Teilweise wurden dafür auch Mitarbeiter aus anderen Abteilungen herangezogen, etwa vom Kreisrevisionsamt“, führte der Chef der Verwaltung aus. Nach wie vor werde Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern mit Erfahrung im medizinischen Bereich dankbar angenommen.

Stolz und Engelhardt nahmen auch Stellung zu dem Umstand, dass das Gesundheitsamt in der jüngeren Vergangenheit nicht immer zu erreichen war. Vor der Krise habe es 60 Telefonleitungen in diese Abteilung gegeben. Die seien aber schnell überlastet gewesen. „Selbst ich habe vom Handy aus meine Mitarbeiter teilweise nicht mehr erreicht“, sagte Engelhardt. Mittlerweile sei die Zahl der Leitungen aber auf 200 erhöht worden.

Bus-Ferienfahrplan gilt ab Montag

Neben dem Gesundheitsamt ist auch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) mit der bundesweiten Telefonnummer 116117 ein Ansprechpartner für Fragen zu Corona – auch sie ist wegen der hohen Zahl an Anrufern aber nicht immer erreichbar. Auch unter dieser Nummer können sich Personen mit Verdacht auf eine Infektion melden, um einen Termin in der Verdachtsambulanz zugewiesen zu bekommen, die die Kassenärztliche Vereinigung in Heppenheim eröffnet hat. Stolz betonte jedoch, dass dies nicht die einzige Einrichtung im Kreis sei, in der Personen getestet werden: „Es gibt nach wie vor zahlreiche niedergelassene Ärzte, die die Tests durchführen.“

Wie die Kreisbeigeordnete weiter ausführte, ist das Klinikum in Darmstadt zum Koordinationskrankenhaus für Südhessen bestimmt worden. In Sachen Materialversorgung gebe es eine gute Nachricht, ergänzte Engelhardt: Ein Hersteller von Desinfektionsmitteln habe 30 000 Liter seiner Produkte gespendet, die an Pfleger und Rettungsdienste verteilt werden sollen.

Verkehrsdezernent Karsten Krug kündigte an, dass die Busfahrpläne ab Montag auf die Ferienfahrpläne umgestellt wird, was etwa 25 Prozent weniger Fahrten bedeute. „Es solle in ÖPNV-Angebot geben, das auch in den nächsten Wochen aufrechterhalten werden kann“, erklärte Krug. Es sei zu erwarten, dass es auch bei den Busfahrern im Zuge der Pandemie zu Krankheits- oder sonstigen Ausfällen kommt. Das solle mit vorbeugenden Reduzierung aufgefangen werden. Wie berichtet ist die Zahl der Buspassagiere immens gesunken.

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