Einhausen

Frauenfrühstück Kurt Müller und Josef Schaab präsentierten Bilder aus den vergangenen 100 Jahren

Als das Bürgerhaus Zigarrenfabrik war

Archivartikel

Einhausen.Mit Bilder aus dem vergangenen Jahrhundert schilderten Kurt Müller und der Ur-Einhäuser Josef Schaab vom Verein für Heimatgeschichte beim jüngsten Frauenfrühstück das Leben der Einhäuser in den letzten 100 Jahren.

Schon seit fast 15 Jahren sammelt Kurt Müller alte Bilder aus der Weschnitzgemeinde. Er hat inzwischen ein umfangreiches Archiv aufgebaut mit Fotos, die ihm von Bürgern - insbesondere von Anton Rau - übergeben wurden, oder die aus dem Fundus des verstorbenen ehemaligen Bürgermeisters und Landrats Franz Hartnagel stammen. Aufbewahrt werden die Zeugnisse vergangener Tage in den Vereinsräumen.

Informativ und interessant waren die alten Fotos, die Kurt Müller digitalisiert hat und auf einer Großbildleinwand zeigte. Heiterkeit kam bei den Bildern von Theateraufführungen des Gesangvereins Liederkranz auf. Die ältesten stammen aus dem Jahr 1929.

Aber auch Klassenbilder von Schulanfängern und -abgängern zu Beginn des 20. Jahrhunderts, alte Hochzeitsbilder oder Fotos von der katholischen Jugend BJK, von Kerweumzügen und Jahrgangsgruppenbilder aus den 1950er Jahren fanden großes Interesse. Viele Gesichter wurden erkannt und die Namen notiert. So manch eine Teilnehmerin erkannte ihre Vorfahren oder gar sich selbst auf den Bildern wieder.

Kriegerdenkmal und Volksschulen

Viele Einhäuserinnen erinnerten sich anhand der Aufnahmen an vergangene Zeiten. So zeigten einige Bilder die Zigarrenfabrik Emmanuel Bau. In dem Gemäuer ist heute das Bürgerhaus untergebracht.

Auch das verlorengegangene Kriegerdenkmal, das einmal auf dem Marktplatz gestanden hat, gab es zu sehen, wie auch die alten Volksschulen in Klein- und Großhausen und das alte Waaghäusel in der Mathildenstraße.

Umzüge, Prozessionen und Hochzeiten waren zu sehen. Es folgten einige Bilder der Einhäuser Tabakindustrie um die Jahrhundertwende 1899/1900. Gezeigt wurde das Säen des Tabaks, die Ernte, das Tabaknähen und der Verkauf.

Josef Schaab erwies sich als wandelndes Archiv. Er kannte fast alle Personen auf den gezeigten Bildern und konnte zu einigen interessante Geschichten erzählen. Für die Präsentation erhielten die Vertreter des Vereins für Heimatgeschichte viel Applaus.

In ihrer Dankesrede stellte Organisatorin Ulrike Peter fest, dass sich Einhausen in dem vergangenen Jahrhundert wirklich verändert und vom Dorf zur modernen Gemeinde entwickelt habe. Wer in Einhausen mit seinen 36 aktiven Vereinen einsam bleibe, dem sei wohl nicht zu helfen, so Peter.

Am Ende der Veranstaltung wies Josef Schaab darauf hin, dass er immer noch auf der Suche nach alten Fotos aus Einhausen sei, um sie für das Archiv zu digitalisieren. Diese Fotos werden lediglich fotografiert und bleiben beim Besitzer. par

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