Einhausen

Ortsmittelpunktgestaltung Die Weschnitz soll das Zentrum stärker prägen / Leben am Fluss als neues charakteristisches Merkmal für Einhausen entwickeln

Konkurrenz für den Giggel kommt

Archivartikel

Einhausen.Was fällt einem Auswärtigen ein, wenn er an Einhausen denkt? "Der Giggel", zeigte sich ein Teilnehmer beim Ortsrundgang am Samstag überzeugt. Ob es wirklich das an mehreren Stellen in der Kommune präsente Wappentier ist, das Bürger und Besucher als Erstes mit Einhausen verbinden, blieb zwar offen. Sicher ist allerdings, dass die Weschnitzgemeinde dafür sorgen will, dass der Giggel nicht das einzige Alleinstellungsmerkmal bleibt.

Punkten will Einhausen künftig auch mit einer attraktiveren Ortsmitte. Der Weschnitz, die mitten durch den Ort fließt, soll dabei eine tragende Rolle zukommen. Leben am Fluss - kaum irgendwo sonst kann das in dieser Form schließlich geboten werden. Im Rahmen der laufenden Renaturierungsmaßnahmen wird der Weschnitz jedenfalls in Kürze mehr Platz eingeräumt. Der Aufenthalt am Wasser soll durch eine Reihe von Umgestaltungen eine neue Qualität gewinnen.

Bürgermeister Helmut Glanzner führte die interessierte Gruppe vom Rathausvorplatz am Hallenbad vorbei auf den Rad- und Fußweg, der direkt am Fluss entlang verläuft. "Die Weschnitz erlebbar machen" ist ein Ziel, das bei der Ortsmittelpunktgestaltung umgesetzt werden soll. Ideen dafür wurden beim Bürgerforum in großer Zahl geäußert, zu dem das Institut für Organisationskommunikation IFOK, die Gemeinde und der Bergsträßer Anzeiger im Sommer eingeladen hatten. Der Spaziergang am Samstag war die von vielen Einhäuern gewünschte Fortsetzung.

Mit einem Kneippbecken sowie Wasserspielen könnte das Zentrum der Gemeinde zum Beispiel aufgewertet werden. Vor allem die Weschnitz selbst aber ist ein Schatz, den es zu nutzen gilt. Ältere Einhäuser wissen noch gut, dass das Flüsschen früher einmal fast zu einer Kloake verkommen war. Das ist aber lange her. Seit der Renaturierung hat das Wasser eine hohe Güte zurückgewonnen. Der Fluss sieht nicht nur optisch wieder besser aus - es sind auch zahlreiche Fischarten zurück.

Florian Schumacher, Gewässerwart des Angelsportvereins, berichtete von 40 Fischarten, die nachgewiesen sind. Auch viele Libellenarten fühlen sich wohl - und der Eisvogel fliegt wieder. Schumacher freute sich besonders, dass sich junge Einhäuser inzwischen vermehrt mit der Natur beschäftigen und sich viele Kinder Kenntnisse angeeignet haben. "Im Odenwald wissen viele vielleicht noch, wie eine Forelle aussieht. Kinder in Einhausen kennen sogar Döbel und Nase", lobte er.

Trittsteine zum Wasser

Die Klage einer Rundgangsteilnehmerin über ein möglicherweise "illegales Fische abfangen" am Ortsrand beantwortete Schumacher mit der Information, dass Angeln - mit Angelschein - in der Weschnitz erlaubt ist. Eine Ausnahme gilt für das Naturschutzgebiet Weschnitzinsel. Kontrollen würden regelmäßig auch von ihm selbst durchgeführt. Mit schwerem Gerät sei von den Naturschützern eigens ein Kiesdepot eingebracht worden - für Kieslaicher wie etwa Barben.

Trittsteine wurden ebenfalls bereits angelegt. Sie führen vom Geh- und Radweg hinunter zum Wasser - an warmen Sommertagen können dort Urlaubsgefühle aufkommen, wissen diejenigen, die sie etwa in Höhe des Hallenbads nutzen. Deshalb soll es mehr davon geben. Im rückwärtigen Bereich des Neubaus für betreutes Wohnen, in dem die Gemeinde Fläche für Umgestaltungen vorrätig hat, sollen weitere Trittsteine folgen.

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