Einhausen

Riesenkürbisse von der Bergstraße - Züchter seit Jahren auf Erfolgskurs

Einhausen.Matthias Würsching ist der Herr der dicken Kürbisse. Der 49-Jährige aus dem südhessischen Einhausen schnitzt zu Halloween auch mal aus einem 300 bis 400 Kilogramm schweren Kürbis ein Gesicht. Doch eigentlich tritt er mit seinem Gemüse bei Wettkämpfen an. Seit Jahren züchtet er Hunderte Kilogramm schwere Riesenfrüchte mit Erfolg. "Das ist mein Hobby. Ich mag die Gartenarbeit", sagt Würsching. Seine Bilanz: Dreimal deutscher Vizemeister beim Kürbiswiegen, wie zuletzt am 6. Oktober. 2016 schlug er nach eigenen Angaben die Konkurrenz mit seinem Kürbis und wurde deutscher Meister. Seit 2006 tritt er bei solchen Wettbewerben an.

"Meine Eltern hatten schon früher einen landwirtschaftlichen Betrieb", erzählt der 49-Jährige. Damals habe er in einem Katalog für Pflanzensamen die Riesenkürbisse gesehen. "Da habe ich mir gesagt, dass versuche ich auch mal."

"Das Faszinierende ist, man kann ihnen fast beim Wachsen zusehen", sagt Würsching, der hauptberuflich bei der Gemeinde Einhausen arbeitet. Doch für die Aufzucht ist auch Platz und tägliche Pflege nötig. Das gehe im April los. Die eigentliche Wachstumsphase dauere dann rund 100 Tage, an denen die Pflanzen teils bis 25 Kilo am Tag zulegten. Jeder Kürbis benötige zwischen 80 und 100 Quadratmeter Platz. An heißen Tagen brauche jeder bis zu 500 Liter Wasser. Er ziehe meist drei Kürbisse pro Jahr, zwei seien in diesem Jahr aber kaputt gegangen.

Und auch der Transport braucht Spezialwerkzeug. "Da gibt es ein besonderes Hebegeschirr." Mit einem Radlader werde der Kürbis dann auf eine Palette gehoben. Er selbst transportiere seine Wettkampfkürbisse auf einem Anhänger. "Da ist man die Attraktion auf der Autobahn." Manchmal kursierten schon Fotos, bevor er an den Wettkampfstätten angekommen sei.

Bis Halloween am 31. Oktober laufe noch die Kürbissaison. Bei der Ernte auf dem elterlichen Hof in Einhausen (Kreis Bergstraße) helfe dann die ganze Familie. Da packten dann er, seine beiden Schwestern, alle Ehepartner und auch die Kinder zu, sagt der verheiratete zweifache Vater von Teenagern. Auch die großen Kürbisse seien schon zur Halloween-Deko verarbeitet worden. "Wir haben auch schon 300 bis 400 Kilogramm schwere Kürbisse zu Gesichtern geschnitzt. Da hat dann aber einer einen halben Tag lang zu tun."

Die Wettbewerbskürbisse, die in Ludwigsburg noch für internationale Titelkämpfe gewogen werden, würden nach den Meisterschaften "geschlachtet" und portionsweise zum Suppekochen verschenkt. Allerdings hätten sie nicht die Qualität der im Handel erhältlichen kleineren Früchte.

Vom Weltrekord ist Würsching mit seinen Zuchterfolgen noch weit entfernt. Nach Angaben der Veranstalter der jährlichen Kürbis-Konkurrenz rund um das Ludwigsburger Schloss liegt der bei 1190,5 Kilogramm. Den holte 2016 ein Belgier bei den Europameisterschaften, Würsching wurde als deutscher Meister auch Vizeeuropameister.

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