Einhausen

Verkehr Bürgermeister legt Auswertung der Messtafel-Daten vor / Zweite Anlage soll gekauft werden

Trauriges Gesicht lässt so manchen Raser bremsen

Archivartikel

Einhausen.Negative Ausreißer gibt es immer. Mit 78 Stundenkilometern brauste ein Autofahrer durch die Johann-Sebastian-Bach-Straße. Erlaubt ist Tempo 30. Ermittelt – und wahrscheinlich auch deutlich angezeigt – wurde die Geschwindigkeit von der Messtafel, die die Gemeinde seit vergangenem Sommer an verschiedenen Standorten innerhalb der Weschnitzkommune platziert.

Den Anfang machte die nördliche Waldstraße, wo seinerzeit Tempo 30 frisch eingeführt worden war. Mit 86 Stundenkilometern war dort der schnellste Raser unterwegs. Zu befürchten hat er jedoch nichts. Das mit einer Geschwindigkeitserfassung ausgestattete elektronische Warnschild weist Autofahrer lediglich mit einer Tempoanzeige sowie einem lachenden oder traurigen Emoticon auf ihr regelgerechtes oder falsches Verhalten hin.

Mehrheit im erlaubten Bereich

Geblitzt – und dann auch kassiert – wird in Einhausen an den beiden Säulen an den Ortsausgängen Waldstraße und Jägersburger Straße und bei Kontrollen mit der mobilen Blitzanlage. Trotzdem habe das mobile Warnsignal eine positive Auswirkung auf das Verhalten der Fahrzeuglenker, sagt Bürgermeister Helmut Glanzner. „Die meisten Autos in der Johann-Sebastian-Bachstraße waren langsamer als 30 Stundenkilometer oder befanden sich innerhalb des Toleranzbereichs zwischen 31 und 35 Stundenkilometern“, berichtete er im Bauausschuss über die Auswertung der Messungen, die an diesem Standort vom 15. Dezember bis 8. Januar durchgeführt wurden.

In der Waldstraße habe die Anlage zwischen dem 11. November und 4. Dezember eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 36 Stundenkilometern ermittelt. Der Rathauschef ist sich sicher: „Die Anzeigetafeln sind zielführend.“

Davon war man bei der CDU auch schon vor der jüngsten Auswertung überzeugt. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Christdemokraten beantragt, eine zweite Anlage anzuschaffen, um in mehr Straßen positiv auf die Autofahrer einzuwirken. Die Kosten liegen nach Angaben von Helmut Glanzner bei 2500 Euro.

SPD und Grüne nicht überzeugt

Bei den Grünen ist man hingegen nicht restlos überzeugt. „Man bräuchte Vergleichswerte, ob ohne Tafel schneller gefahren wird“, sagte Hanna Blumenschein, die nur einen kurzfristig positiven Effekt erwartet. Und Ulrike Tzschentke (SPD) ist sich nicht sicher, „ob die Autofahrer nach dem Vorbeifahren den Warnhinweis noch ernst nehmen“.

Beide Fraktionen hätten sich vor der Entscheidung über eine Neuanschaffung noch weitere Daten gewünscht. Eine Idee: Nach dem Abbau des Messschildes könnte man mit der mobilen Blitzanlage der Kommune noch einmal nachprüfen, ob die Maßnahme einen nachhaltigen Effekt hat. Helmut Glanzner konnte als weitere Entscheidungsgrundlage zunächst einmal nur subjektive Eindrücke aus der Almen- und Ringstraße schildern, wo die Tafel derzeit hängt: „Die Anwohner bestätigen, dass das Tempo reduziert wird.“

Bei den Sozialdemokraten wollte man zumindest fraktionsintern noch einmal über die bei der Sitzung des Bauausschusses vorgelegten Daten beraten, bevor man sich für oder gegen die Neuanschaffung entscheidet. Den Antrag noch eine komplette Sitzungsrunde drehen zu lassen, dauert den Christdemokraten allerdings zu lange. „Der gewünschte Effekt wird erreicht. Ich glaube nicht, dass wir zu anderen Ergebnissen kommen werden“, sagte Winfried Knaup (CDU).

Mit den Stimmen der Christdemokraten beschloss der Bauausschuss daher, eine Empfehlung zur Anschaffung einer weiteren Messtafel auszusprechen. Die Angelegenheit soll _ als Zugeständnis _ jedoch noch einmal in den Haupt- und Finanzausschuss gehen, damit die fraktionsinternen Beratungen bei einer Ausschusssitzung in den Entscheidungsprozess einfließen können.

Abschließend diskutiert und abgestimmt wird dann bei der Sitzung der Gemeindevertretung am 24. April.

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