Einhausen

Vortrag Annliese Parzinger berichtete mit vielen Bildern über das Leben und etliche kuriose Begebenheiten in Thailand

Wo Riesenschlangen Menschen bei der Feldarbeit verschlingen

Archivartikel

Einhausen.Prächtige Buddha-Tempel, moderne Hochhäuser und fromme Menschen: Anneliese Parzinger berichtete im voll besetzten Saal des evangelischen Gemeindehauses in Einhausen über das Leben in Thailand. Ulrike Peter begrüßte die Referentin, die gemeinsam mit ihrem Sohn Ewert und dessen thailändischer Lebensgefährtin Nam das Land vier Wochen lang bereist hatte. Auf einer Landkarte zeigte Parzinger die Lage Thailands, umrahmt von Burma, Laos und Kambodscha. Gleich zu Beginn machte sie deutlich, dass sie zwar auch die kulturelle und touristische Hauptstadt Bangkok und anderen Touristenorte besucht hatte, dass es ihr während ihrer Reise aber mehr um das Leben der einfachen Menschen auf dem Land gegangen sei. Parzinger berichtete über . . .

. . . die Häuser:

Wer in Thailand lebt, pendelt zwischen zwei Welten. Da ist großer Reichtum auf der einen Seite - meist in großen Städten - und Armut in den Dörfern auf dem Land. Moderne und Mittelalter gehen nebeneinander her, so Parzinger. Als Beispiel für das oft einfache Leben der Menschen auf dem Land führte die Referentin die Schwiegereltern ihres Sohnes an. Im Heimatort seiner Frau haben er und Nam ein Haus gebaut. Für deutsche Verhältnisse sind die Häuser relativ bescheiden eingerichtet, haben fast keine Möbel. Auch beim Essen sitzen die Bewohner immer auf dem Boden. Entsprechend einfach ist die Küche mit Blechtöpfen und dem offenen Holzkohlefeuer.

. . . die Essgewohnheiten:

Dass die Küche einfach eingerichtet ist, hat einen Grund. Zwar essen die Thailänder bereits morgens heiß und scharf - nämlich Chili -, aber sie kochen kaum selbst. Gegessen wird nicht mit Stäbchen, sondern mit Gabel und Löffel. Brot gibt es nicht, stattdessen Reis zu so ziemlich jeder Mahlzeit. Wird zu Hause gekocht, kommt immer die gesamte Familie zusammen. Für die Kinder - die haben in Thailand keine Namen, sondern werden nur nummeriert, etwa Bruder eins - des Hauses hatte Anneliese Parzinger einmal Pizza gebacken und ein anderes Mal Erdbeerkuchen. Die notwendigen Zutaten zu finden, erwies sich allerdings als ziemlich schwierig. Schon heißes Wasser gibt es kaum. Auch das Geschirr wird immer nur mit kaltem Wasser gespült.

. . . die Speisen:

In größeren Ortschaften Thailands befinden sich an allen Ecken kleine Garküchen, in denen vor allem Reis, Hühnerfleisch, aber auch gegrillte Hühnerfüße, Schweinerüssel, Katzenwelse und verschiedene Gemüsesorten - das wird übrigens roh gegessen - zubereitet werden. Ebenfalls auf der Speisekarte: Käfer, Maden, Grillen und Schlangen. Davon gegessen habe sie selbst aber nie, beteuerte die Referentin. Da die Gehälter in dem Land niedrig sind, bringt eine Garküche meist etwas mehr Geld ein.

. . . die Großstädte:

In den großen Städten bieten Märkte alles an, was auch in Europa zu finden ist. Im Gegensatz zu den ländlichen Gegenden leben dort auch viele Rentner vom alten Kontinent, die mittlerweile mit einer Thailänderin liiert sind. Eine Müllabfuhr ist auf dem Land nicht bekannt, in den Städten schon. Auf dem Land wird der Abfall verbrannt.

. . . den Glauben:

Beerdigungen wie in Deutschland gibt es in Thailand nicht. Leichen werden vielmehr pompös verbrannt. Da die Menschen fromm sind, haben sie immer einen kleinen Tempel am Haus. Dort werden Opfergaben dargebracht wie in den großen Tempeln, in denen Buddha - meist vergoldet - verehrt wird. Betrauert und verehrt wird auch der verstorbene König Bhumibol, nicht aber sein Sohn, der als Lebemann verachtet wird. In einem Tempel, erzählte Parzinger eine kleine Anekdote, saß ein mumifizierter Mönch, der bereits vor 30 Jahren gestorben war.

. . . die gefährliche Feldarbeit:

Anneliese Parzinger zeigte Reis- und Zuckerrohrfelder, auf denen zwar einiges mit Maschinen, aber oft auch mit der Hand gearbeitet wird. Nichts für schwache Nerven war eines der Fotos, auf dem eine aufgedunsene, noch lebenden Riesenschlange zu sehen war. Die hatte in einem Reisfeld zuvor einen Menschen komplett verschlungen. ml

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel