Heppenheim

Konzert Ilaria Castellani und Federico Gili verzauberten in der Heilig-Geist-Kirche das Publikum mit Charme, Können und Spielfreude

Akkordeonmusik auf höchstem Niveau

Archivartikel

Heppenheim.Auf Einladung der städtischen Musikschule gaben Ilaria Castellani und Federico Gili aus dem italienischen Umbrien ein Konzert in der evangelischen Heilig-Geist-Kirche. Nach kurzer Begrüßung durch Akkordeonlehrer Eduard Ungefucht, der die Kontakte vermittelt hatte, stellte Moderator Olaf Scheidsteger die beiden Künstler vor, bei denen er selbst in Italien Unterricht hatte.

Die jungen Virtuosen mit professioneller Hochschulausbildung sind als Musikpädagogen tätig, musizieren seit Jahren zusammen, geben regelmäßig Konzerte im In- und Ausland und sind Preisträger renommierter Wettbewerbe. Es gelang ihnen mühelos, das Heppenheimer Publikum für eineinhalb Stunden in die Welt der Akkordeonmusik zu entführen – mit italienischem Charme, impulsiver Spielfreude und bewundernswerter Virtuosität.

Zur Eröffnung erklang der romantisch-schöne Czardas von Vittorio Monti. Das Duo brillierte mit technischer Perfektion und tollem Zusammenspiel, hervorragend in Rhythmus und Dynamik.

Es folgten der melancholische Tango „Por una cabeza“ von Carlos Gardel, der Ungarische Tanz Nr. 5 von Johannes Brahms, ferner „Bésame Mucho“ von Consuelo Velasquez, „Tico Tico“ von Zequinha de Abreu, „Tango pour Claude“ von Richard Galliano, mit dem die beiden Musiker schon zusammen musizierten, von Toni Muréna die Musette „Indifference“ sowie der rasante „Hummelflug“ von Rimski-Korsakow.

Dem großen Astor Piazzolla wurde die Ehre erwiesen mit dem „Libertango“, umwoben von fantasievollen Improvisationen. Das Arrangement stammt von den beiden Künstlern selbst, wie auch das aller übrigen Stücke, die ursprünglich für andere Instrumente wie zum Beispiel Violine, Mandoline, Klavier, Bandoneon, Solo oder Orchester konzipiert sind. Das ganze Konzert wurde auswendig gespielt.

Immer wieder im Laufe des Konzerts legte Ilaria Castellani ihr großes schwarzes Konzertakkordeon ab und griff sich ein winzig kleines rot-bunt glitzerndes Organetto, eine diatonische Harmonika, um im Duett mit Federico Gili einen italienischen Saltarello oder neapolitanische Volksweisen anzustimmen – im Stehen, mit vollem Körpereinsatz und sichtlicher Freude.

Als schließlich Gioachino Rossinis Wilhelm-Tell-Ouvertüre als fetzig-flotter Rausschmeißer verklungen war, wollte keiner gehen: Die Konzertbesucher forderten mit stehendem Applaus und Bravo-Rufen mehr, und zwar auf Wunsch ausdrücklich eine Zugabe mit Organetto – das kleine bunte Dingelchen schien der heimliche Publikumsliebling geworden zu sein. zg

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