Heppenheim

Corona CDU informiert sich über die Lage in der Kreisstadt

Aktuell ein Infizierter in Heppenheim

Archivartikel

Heppenheim.Bei der diesjährigen CDU-Sommertour ging es unter anderem um das Thema Gesundheit. Johanna Jacobi und Benjamin Leonhardt von der Jungen Union stellten zunächst einige Zahlen und Fakten über die Entwicklung der Corona-Pandemie in Heppenheim und im Kreis Bergstraße dar. Anschließend stand der Allgemeinmediziner und Vorsitzende des Hausärztenetzes Heppenheim, Michael Reich, den Jungpolitikern Rede und Antwort.

Erfreulich ist demnach, dass bislang lediglich 28 Heppenheimer mit dem Coronavirus infiziert waren, von denen zum Zeitpunkt der Sommertour nur eine Person noch an der Erkrankung litt. Damit stelle die Stadt im kreisweiten Vergleich einen guten Mittelwert dar. Beim Betrachten der Altersverteilung der Betroffenen im Kreisgebiet zeigte sich, dass die Gruppe der 35- bis 59-Jährigen am stärksten betroffen war.

Demgegenüber konnten die Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen sowie Senioren kreisweit niedrig gehalten werden. „Dank des schnellen Handels von Kreis und Stadt sowie dem vorbildlichen Verhalten der Heppenheimer konnten wir bisher gut durch die Corona-Zeit kommen. Doch die Situation in anderen Städten zeigt, dass das Virus unberechenbar und es wichtig ist, dass wir uns weiterhin an die Hygienemaßnahmen halten“, so Stadtverordnete Johanna Jacobi.

Große Unsicherheit

Allgemeinmediziner Michael Reich beschrieb deutliche Veränderungen seiner Arbeit durch die Pandemie. So wurden in der Praxis Desinfektionsmittel bereitgestellt und eine möglichst kontaktarme Patientenversorgung mithilfe von Videosprechstunden eingeführt. Die Situation, besonders zu Beginn der Pandemie, sei von großer Unsicherheit geprägt. So habe es zunächst kaum Schutzausrüstungen gegeben, was ein erhebliches Gesundheitsrisiko für Ärzte und medizinisches Personal dargestellt habe.

Daneben berichtete Reich von einer schwierigen Erreichbarkeit des Gesundheitsamts und regte eine eigene Hotline für Hausärzte an, um lange Wartezeiten bei der Kontaktaufnahme zu vermeiden. Insgesamt könne er die angespannte Situation in der Behörde jedoch gut nachvollziehen und die Zusammenarbeit zwischen ambulanter Versorgung und Verwaltung sei gut. „Auch der nachbarschaftliche Zusammenhalt und die Empathie zwischen den Menschen ist in dieser Situation deutlich gestiegen. Ich wünsche mir, dass dies so bleibt“, so der Arzt.

Die drängendsten Probleme müssten nun auf Bundes- und Landesebene reguliert werden. Dazu zählt Reich etwa die fehlende Manpower in den Gesundheitsbehörden, die Unterstützung des Gesundheitssektors im Allgemeinen und die Ökonomisierung der Krankenhäuser. Abschließend appellierte er an alle Bürger, sich an die geltenden Hygieneregeln zu halten und den Mund-Nasen-Schutz zu tragen: „Die Krise ist noch nicht überstanden.“ zg

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