Heppenheim

Ausbaupläne Naturschützer können Erweiterung unter bestimmten Voraussetzungen zustimmen

BUND formuliert Bedingungen zum Steinbruch Sonderbach

Sonderbach.Der BUND-Kreisverband Bergstraße steht der geplanten Erweiterung des Steinbruchs Röhrig mit gemischten Gefühlen gegenüber. BUND-Kreisvorstandssprecher Herwig Winter betont einerseits, die Bemühungen der Firma Röhrig in Sachen Artenschutz seien außergewöhnlich: „Der Betreiber kümmert sich in vorbildlicher Weise um den Schutz bedrohter Arten, insbesondere der Gelbbauchunke, des Uhus, des Wanderfalken und des Flussregenpfeifers.“ Auf der anderen Seite stelle die geplante Erweiterung des Steinbruchgeländes aber einen massiven Eingriff in den angrenzenden Wald dar, der teilweise mit 120-jährigen Buchen bestanden und damit als ökologisch wertvoll zu betrachten sei.

Laut BUND-Kreisvorstandssprecher Guido Carl gilt es für die Naturschützer deshalb abzuwägen: „Der BUND stellt seine Bedenken gegen die Erweiterung zurück, wenn seitens des Betreibers eine Reihe von Bedingungen gewährleistet werden.“

Zu diesen Bedingungen zählt der BUND insbesondere die Festlegung und Sicherung einer endgültigen Abbaugrenze nach Süden. Darüber hinaus fordert der BUND, dass der Flächenverlust des alten Buchenbestandes und damit auch die Verringerung des Biotopwertes nicht nur durch junge Ersatzaufforstungen ausgeglichen wird. Vielmehr müsse zusätzlich die Umtriebszeit des verbleibenden Baumbestandes auf voller Breite des Steinbruches auf mindestens 240 Jahre erhöht werden.

Der Schutz und die Pflege der Biotope insbesondere für die Gelbbauchunke müssten auch für die Zeit nach Beendigung des Steinbruchbetriebs sichergestellt werden. Und selbstverständlich müsse während des gesamten Steinbruchbetriebs die Einhaltung der immissionsschutzrechtlichen Vorgaben zum Schutz der Siedlungen in Sonderbach und insbesondere auf der Juhöhe bezüglich Erschütterungen bei Sprengungen sowie bezüglich Staubentwicklung bei Sprengungen und Betrieb der Brecheranlagen in regelmäßigen Abständen durch eine vom Steinbruchbetrieb unabhängige Institution messtechnisch überwacht und die Messergebnisse müssen öffentlich zugänglich gemacht werden.

Wie BUND-Kreisvorstandssprecher Hans-Jörg Langen erklärt, ist bei einem Gespräch mit der Betriebsleitung des Steinbruchs deutlich geworden, „dass man prinzipiell bemüht ist, den Forderungen des BUND bei der Antragsstellung gerecht zu werden.“ Der BUND, heißt es in einer Pressemitteilung, werde sich mit den Antragsunterlagen detailliert auseinandersetzen und im Anschluss daran seine abschließende Haltung zu einer Steinbruch-Erweiterung festlegen. zg

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