Heppenheim

Buber-Haus Marion Tauschwitz spricht über Selma Merbaum

Das kurze Leben einer Dichterin

Archivartikel

Heppenheim.Ein Vortrag mit Lesung über Selma Merbaum beginnt am Dienstag, 4. Februar, um 20 Uhr im Martin-Buber-Haus. Hätte Selma Merbaum den Holocaust überlebt, könnte sie am 5. Februar ihren 96. Geburtstag feiern. Die Heidelberger Germanistin und Schriftstellerin Marion Tauschwitz wird die Dichterin vorstellen und aus ihren Werken lesen.

Selma Merbaum, die „keine Zeit gehabt hatte, zuende zu schreiben“, starb 1942, nur 18 Jahre alt, als verfolgte Jüdin in dem deutschen Zwangsarbeitslager Michailowka in der heutigen Ukraine. Gerade einmal 57 Gedichte konnte Selma Merbaum handschriftlich hinterlassen – Gedichte, die den Krieg auf abenteuerliche Weise überstanden. Heute gehört Merbaums schmales Werk zur Weltliteratur. Mit ihrem Cousin Paul Celan und Rose Ausländer zählt sie zum Dreigestirn der Bukowina.

Zu Selma Merbaums Leben in Czernowitz und zu ihrer Familie war bisher so gut wie nichts bekannt. Das mörderische Zerstörungswerk der Nazis und die anschließenden Kriegs- und Nachkriegswirren schienen Informationen zu ihr und ihrem Leben restlos getilgt zu haben. Nicht einmal ihr Name war richtig überliefert worden. In jahrelanger Forschung hat Marion Tauschwitz Ereignisse und Fakten zum Leben der jungen Künstlerin gesammelt, Archivmaterial aus der Ukraine, England, den USA und Deutschland gesichtet und ausgewertet, Dokumente geborgen, Zeitzeugen ausfindig gemacht und befragt. In ihrer Biografie hat Tauschwitz das Leben der jungen Dichterin rekonstruiert und alle ihre Gedichte nach den Originalhandschriften neu übertragen. zg

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