Heppenheim

Interkulturelle Woche Am Mittwoch Vortrag von Birgit Meurer in Rimbach

Das Leben der Margarete Buber-Neumann

Archivartikel

Heppenheim/Rimbach.Im Rahmen der Interkulturellen Woche Weschnitztal gibt es einen geschichtsträchtigen Vortrag in der Alten Schule Rimbach, initiiert und organisiert von Wolfgang Hickel, Lehrer im Ruhestand, der bereits in den Jahren zuvor Beiträge geliefert hat, etwa im vergangenen Jahr eine Podiumsdiskussion zum Thema „Alte und neue Rimbacher?“

Für dieses Jahr hat er mit Birgit Meurer, Bildungsreferentin im Martin-Buber-Haus Heppenheim, wieder eine Fachfrau gewonnen. Sie wird am Mittwoch, 25. September, um 19.30 Uhr in der Alten Schule, Kirchgasse 5, über das bewegte Leben von Margarete Buber-Neumann sprechen. Der Vortrag trägt den Titel: „Überleben? Eine Frage der Freundschaft?“

Margarete Buber-Neumann war Schwiegertochter des bis zu seiner erzwungenen Emigration in Heppenheim wohnhaften Religionsphilosophen Martin Buber. Als Margarete Thüring 1901 in Potsdam geboren, katholisch erzogen, von der Wandervogel-Bewegung geprägt, fand die Tochter aus gutbürgerlichem Haus durch ihre Ausbildung zur Kindergärtnerin und als Aktive in der Kindernothilfe Berlin früh zum Kommunismus.

Nach der Trennung von Rafael Buber zog „Grete“ mit den beiden Mädchen wieder nach Berlin. 1929, nach der Scheidung und einem von Paula Buber angestrengten Sorgerechtsstreit, kehrten die Enkelinnen nach Heppenheim zurück und wuchsen bei den berühmten Großeltern auf. Schwer getroffen durch den Verlust ihrer Kinder, ging Margarete nach Stationen in Spanien, der Schweiz und Frankreich mit ihrem zweiten Mann Heinz Neumann schließlich 1935 nach Moskau und erlebte dort die Schrecken des kommunistischen Regimes. Sie überlebte die sowjetische Lagerhaft und das KZ Ravensbrück. Als Betroffene und Zeugin der stalinistischen Säuberungen und der NS-Herrschaft arbeitete sie später als Schriftstellerin und Publizistin in Frankfurt, wo sie 1989 starb.

Der Vortrag zeichnet in Bildern und Hörbeispielen das bewegte Leben von Margarete Buber-Neumann nach und stellt ihr Werk vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Überleben und Menschlichkeit unter widrigsten Umständen möglich sind.

Die Lesungen des Abends mit Originalzitaten aus den Werken Buber-Neumanns übernimmt Heinke Lehmann. Michael Valentin und Rainer Greulich gestalten den Abend musikalisch. mk

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