Heppenheim

Tourismus Lehrpfad zur Heppenheimer Starkenburg aus Sicherheitsgründen nicht begehbar / Äste und Baumteile drohen herabzufallen

Die „Spur des Melampus“ ist bis Herbst gesperrt

Archivartikel

Heppenheim.Viele Wege führen zur Heppenheimer Starkenburg: der gepflasterte und für Fahrzeuge vorgesehene Starkenburgweg, der den Wanderern und Radlern (sowie Winzern) vorbehaltenen Drosselbergweg oder der Kanonenweg. Deshalb dürfte die Sperrung dieses Weges nicht wirklich ins Gewicht fallen: Der Lehrpfad „Die Spur des Melampus“ – 2009 in Zusammenarbeit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, des Kreises Bergstraße, der Stadt Heppenheim und dem Geo-Naturpark Bergstraße Odenwald installiert – kann seit Kurzem und noch bis in den Herbst hinein nicht begangen werden.

„Dieser Weg wird aus Sicherheitsgründen bis in den Herbst hinein gesperrt“, heißt es auf Tafeln, die an Sperrbarken an den Zugängen zum Wanderweg angebracht sind. Die extrem heißen und trockenen letzten Jahre hätten vielen Bäumen, heißt es weiter, „so zu schaffen gemacht, dass sie ganz oder teilweise abgestorben sind. Trockene Starkäste oder Baumteile drohen herabzufallen oder zusammenzubrechen“.

Da auch Bäume mit besonderen Habitaten betroffen seien, die in der Brut- und Setzzeit nicht gefällt werden dürften, „bitten wir um Verständnis, dass dieser Weg derzeit komplett dem Wald und seinen Bewohnern gewidmet ist.“

2013 war der Lehrpfad im Rahmen der Änderung des Weges- und Gewässerplanes von Kreis Bergstraße, Stadt Heppenheim, Hessen-Forst, Kreishandwerkerschaft, Geo-Naturpark Bergstraße Odenwald und dem Amt für Bodenmanagement besichtigt worden. Hessen Forst hatte in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass hier ein Rückeweg verläuft, wodurch Beeinträchtigungen der Wegequalität nicht auszuschließen seien. Weil auch die Frage der Trägerschaft für den extrem pflegeaufwendigen und schwer zu sichernden Weg nicht geklärt werden konnte, wurde der Weg seitdem nicht mehr instand gesetzt.

Außerdem wurde entschieden und inzwischen auch umgesetzt, Stationen wie das oft genutzte Waldklassenzimmer in den Waldlehrpfad am Bruchsee zu integrieren und am Schlossberg in Zusammenarbeit mit dem Geo-Naturpark Informationsstationen zum Beispiel zur Imkerei, dem Weinbau, der Geologie und den Aussichten zu schaffen. Der Planetenweg wurde überarbeitet sowie eine Picknickfläche mit Spielgerät für das „Erlebnis Schlossberg“ geschaffen.

Trotzdem fragt man sich, warum ausgerechnet der frühere Lehrpfad, der in Serpentinen unterhalb der Burg durch Staatswald führt, nicht nur für einige Tage, sondern über die Brut- und Setzzeit hinaus gleich für Monate tabu sein soll. Die Antwort hierauf hat Cornel Moog vom Forstamt Lampertheim. Denn was auf den Schildern nicht zu lesen ist, ist, dass das für den Staatsforst zuständige Forstamt in Lampertheim schlicht Probleme hat, ein Unternehmen zu finden, dass die Arbeiten noch vor dem Herbst abwickeln könnte. Und man könne den Weg nicht einfach bis zu diesem Zeitpunkt offen lassen: Zu groß, so Moog, sei die Gefahr, dass Wanderer verletzt oder Schlimmeres passieren würde.

Dass das auch in anderen Teilen der umliegenden Wälder der Fall sein könnte, in denen die Wege weiter genutzt werden können, weiß auch Moog: „Aber es geht um die Verkehrssicherheit, und der Staatswald am Schlossberg steht auf der Prioritätenliste.“

Moog ist auch bewusst, dass der eine oder andere sich jetzt Hoffnungen auf die Erfüllung eines vor allem vom Heppenheimer Verkehrs- und Heimatverein immer wieder geäußerten Wunsches macht: eine bessere Sichtbarmachung der Starkenburg, von der aus vielen Blickrichtungen nur noch der Turm zu sehen ist. „Aber daraus wird nichts. Wir werden ausschließlich die Bäume entnehmen, die nicht mehr standsicher sind“, so Moog. jr

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