Heppenheim

Bildung Fünf Abiturientinnen des Starkenburg-Gymnasiums erhalten eine Auszeichnung beim Europäischen Schülerwettbewerb

Ein Haus für drei Generationen

Heppenheim.Mit hervorragenden Leistungen konnten Abiturientinnen die Jury des 67. Europäischen Wettbewerbs mit ihren Modellen eines „Mehrgenerationenhauses für Heppenheim“ überzeugen. Mit Kreativität und architektonischen Kenntnissen warben Judith Blessing, Sina Krings, Anja Lanzer, Franziska Neu und Elena Schmidt mit ihren Entwürfen für das Miteinander verschiedener Generationen und Kulturen, für Inklusion, Integration und ökologisches Bauen.

Die erstellten Kulturzentren ermöglichen die barrierefreie Begegnung. So gibt es Raum für Kinderbetreuung, die freiwillig von Senioren übernommen wird oder Computerkurse für Ältere. Solaranlagen sorgen für ökologische Stromerzeugung und der Jugend wird Platz für Sport und Feiern eingeräumt. Als fiktiver Standort wurde der Europaplatz in Heppenheim gewählt. Von 15 eingereichten Arbeiten konnten fünf Erfolge durch eine spannende Komposition der Baukörper, Materialgefühl und funktionale Logistik erzielen.

Längst haben die jungen Frauen ihre Abiturprüfungen hinter sich. Doch aufgrund der Corona-Pandemie wurde die Ehrung durch ihre Schule erst jetzt vorgenommen. Katja Eicke, kommissarische Leiterin des Starkenburg-Gymnasiums, freute sich, die Ehemaligen begrüßen zu dürfen und ihnen endlich die Urkunden des europäischen Wettbewerbs samt einem Präsent der Schule überreichen zu können. Gemeinsam mit Kunstlehrerin Silvia Schrader hatte der Grundkurs in Kunst die Drei-Generationen-Häuser vorbereitet. Eicke erklärte, dass der Kunstfachbereich an der Schule eine große Bedeutung habe. Alleine die Kunsträume im Erdgeschoss der Schuleingangshalle sprächen für sich. Die Projekte seien an den sogenannten Modellbautagen entstanden und hätten viel Arbeit bedeutet, die sich auch noch in die Weihnachtsferien hinein zog.

Seit vielen Jahren nimmt die Schule erfolgreich am Europäischen Wettbewerb teil – dieses Mal mit dem Drei-Generationenhaus. Die vielen Facetten dreier Generationen wie zum Beispiel Barrierefreiheit, Inklusion und Jugend unter einen Hut zu bringen, fand die Schulleiterin besonders faszinierend. „Wir haben am Anfang eine Liste mit Dingen bekommen, die nicht fehlen dürfen“, erklärte Elena-Sophia Schmidt. Wichtig waren Barrierefreiheit, Unterhaltungsprogramme für jede Generation wie beispielsweise Theater, einen Computerraum und Aktivitäten für draußen. Schmidt versuchte ihr Modell offen und freundlich mit vielen Fenstern zu gestalten. Anja Lanzer hat mit ihren Geschwistern gerne auf einem lebensgroßen Schachbrett gespielt. So verwundert es nicht, dass sich ein solches hinter ihrem Gebäude befindet. Begrünte Pergolas sollen Jung und Alt Schutz vor der Sonne bieten. Eine Solaranlage auf dem Dach sorgt für Nachhaltigkeit.

Judith Blessing wollte die Fassade interessant gestalten und bemerkte dabei gar nicht, dass die Form ihres Flachdachs einem Flügel ähnelt. Blessing spielt Klavier. Keine der fünf Frauen hat übrigens vor, Architektur oder eine ähnliche Richtung zu studieren. Eine möchte Bankkauffrau werden, zwei denken über ein Studium der Psychologie nach und zwei haben noch gar keinen Plan.

Der Wettbewerb hat auch das Interesse der SPD-Fraktion geweckt, in deren Vertretung Egon Eisermann vor Ort war. Er erklärte, dass sich die Fraktion schon seit längerem mit dem Thema Mehrgenerationenhaus beschäftige und sich gerne mit den Schülerinnen austauschen würde. Die Leiterin des gesellschaftswissenschaftlichen Fachbereichs, Christiane Wüstner, begrüßte dies. Es wäre schön, wenn die Situation über die Politik in die Gesellschaft getragen würde.

Immer mehr Menschen hätten keine Kinder und lebten alleine. Wüstner ermutigte die Schülerinnen zur politischen Teilhabe. „Trump gewinnt nicht, weil ihn so viele wählen, sondern zu wenige wählen gehen“, sagte Wüstner. dj

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