Heppenheim

Städtepatenschaft Der Heppenheimer Gerhard Kasper setzt sich seit Jahren für die Verbindung mit Bubenreuth und Schönbach/Luby ein

Ein Motor der deutsch-tschechischen Freundschaft

Archivartikel

Heppenheim.Vor 75 Jahren waren es noch Feinde. Damals wurden viele Sudetendeutsche aus ihrer Heimat im Egerland vertrieben. Aus Schönbach kamen rund 2000 Menschen nach Bubenreuth (Landkreis Erlangen). Ebenso viele waren es, die bis zum Jahr 1955 nach Heppenheim kamen und hier einen neuen Wohnsitz fanden.

Damals hat dies die Stadtverordnetenfraktion des Gesamtdeutschen Blocks zum Anlass genommen, eine Patenschaft über eine Stadt im Egerland zu beantragen. Am 19. Januar 1956 stimmte die Heppenheimer Stadtverordnetenversammlung diesem Vorschlag einstimmig zu.

Bei den weiteren Verhandlungen mit dem Ortsverband des Bundes der Vertriebenen (BdV) und den Vertretern der Gemeinde Bubenreuth wurde die Musikstadt Schönbach, Kreis Eger, als Patenstadt benannt. Gemeinsam mit der Geigenbauerstadt Bubenreuth beschlossen die Heppenheimer, die Doppelpatenschaft zu übernehmen. Dies wurde am 29. Juli 1956 mit der Unterzeichnung der Patenschaftsurkunde durch den damaligen Heppenheimer Bürgermeister Wilhelm Metzendorf und den damaligen Bubenreuther Bürgermeister Hans Paulus besiegelt.

In der Präambel des Vertrages wird darauf verwiesen, dass die beiden Orte aufgrund ihrer gemeinsamen schicksalhaften Geschichte im 20. Jahrhundert miteinander aufs Engste verknüpft seien. In einem vereinten Europa seien die zwei Kommunen dafür prädestiniert, diese tragische Verbundenheit zu einer in die Zukunft gerichtete Partnerschaft umzuwandeln, die aus den Fehlern der Vergangenheit lernt, den Nationalismus dauerhaft überwindet und im Kleinen die europäische Einigung mit Leben erfüllt. Ziele der Partnerschaft sind die Pflege des gemeinsamen kulturellen Erbes, die Vertiefung der deutsch-tschechischen Freundschaft sowie ein Beitrag zur Völkerverständigung.

Wie kein Zweiter pflegt der Heppenheimer Gerhard Kasper, Kreisvorsitzender des Bundes der Vertriebenen (BdV), diese Verbindung. Jahr für Jahr besucht Gerhard Kasper entweder Bubenreuth oder die Stadt Schönbach (tschechisch Luby), damit die freundschaftlichen Bande erhalten bleiben. So weilte er auch dieser Tage in Bubenreuth, um dort am Neujahrsempfang teilzunehmen. Kasper übermittelte die Grüße des Heppenheimer Bürgermeisters Rainer Burelbach und des gesamten BdV-Kreisvorstandes.

In seiner Grußbotschaft erinnerte Kasper an das 60-jährige Jubiläum der Patenschaft, das 2017 in Heppenheim gefeiert wurde. Er dankte aber auch dem aus Schönbach stammenden und in Bubenreuth wohnenden Andreas Horner, sozusagen dem Motor dieser partnerschaftlichen Verbindung.

Kasper attestierte, dass es gelungen sei, den Vertriebenen aus Schönbach (heute Luby) einen sichtbaren Ausdruck der Verbundenheit zu vermitteln und einen Beitrag zur Erhaltung und Pflege des über 350 Jahre alten Kunsthandwerks des Geigenbaues zu leisten. Seit fast zwei Jahren gibt es auch einen Partnerschaftsvertrag zwischen Luby und der Geigenbauerstadt Bubenreuth. zg

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