Heppenheim

Öffentlicher Personennahverkehr Bürger in Rimbach fordern die Wiederaufnahme der Direktverbindung in die Kreisstadt

Es fährt kein Bus nach Heppenheim

Heppenheim/Rimbach.Die direkte Busverbindung zwischen Rimbach und Heppenheim ist ein Anliegen von Odenwälder Bürgern – spätestens, seit die Linie bei der letzten Fortschreibung des Nahverkehrsplans des Kreises Bergstraße vollständig abgeschafft worden ist.

Das bedingt für die Nutzer des ÖPNV (Öffentlicher Personennnahverkehr) aus Rimbach mühsame Umwege über Fürth mit mindestens einer Umsteigestation von Bahn zu Bus. Dieses konkrete Problem nahm die FDP Rimbach mit Ortsverbandsvorsitzendem Bernd Maurer zum Anlass, im Rahmen der turnusmäßig angebotenen „Liberalen Runde“ grundsätzlich über den ÖPNV zu sprechen und sich informieren zu lassen.

Auch Defizite an der Bergstraße

Als fachkundiger Referent dazu wurde Peter Castellanos, Vorsitzender des Fahrgastverbandes Pro Bahn Starkenburg und Sprecher des Fahrgastbeirats des Kreises Bergstraße gewonnen. Castellanos bemängelte, nicht nur der so genannte ländliche Raum im Odenwald weise Netzlücken auf. Defizite gebe es beispielsweise auch in Verdichtungsräumen zwischen Heppenheim und Lampertheim sowie Bensheim und Groß-Rohrheim.

„Kreis steht in der Verantwortung“

Seiner Meinung nach muss das ÖPNV-Angebot nicht zwangsweise nur Schüler, ältere Leute und Leute, die sich kein eigenes Fahrzeug leisten können, ansprechen. Eine dichte Vertaktung würde das Angebot attraktiv machen. „Der Kreis darf sich nicht aus der Verantwortung stehlen“, bekräftigte er die Forderung seines Verbandes nach einer eigenen lokalen Nahverkehrsorganisation, wie es der Odenwaldkreis und die Kreise Darmstadt-Dieburg und Groß-Gerau bereits vorgemacht hätten.

Im Moment steht die Fortschreibung des Nahverkehrsplans für den Kreis Bergstraße auf der Tagesordnung. Der neue Nahverkehrsplan tritt in 2020 in Kraft und hat bis 2025 Gültigkeit. Der zuständige Dezernent im Kreis, Karsten Krug, stellt das Thema derzeit in den Kommunen vor. Wie Krug berichtete auch Castellanos in Rimbach über die in Auftrag gegebene Machbarkeits- und Effektivitätsstudie zur Reaktivierung der Überwaldbahn.

Die Forderung nach Wiederaufnahme der Bus-Direktverbindung zwischen Rimbach und Heppenheim wird auch von der Rimbacher Gemeindevertretung unterstützt, wie Bernd Maurer in seinem Eingangs-Statement erwähnte. Ebenso erinnerte er daran, dass die FDP bereits zur Jahrtausendwende die Errichtung einer zweiten Haltestelle der Weschnitztalbahn für die Schüler der Martin-Luther-Schule in Rimbach gefordert hatte. Eine Forderung, die nach mehreren Resolutionen, Gesprächen mit Vertretern der Bahn und regionalen Planern wohl vor der Umsetzung steht. Maurer: „Man darf nicht still stehen. Auch in Sachen Direktverbindung nach Heppenheim wollen wir frühzeitig in den Startlöchern stehen.“

Erfahrungsberichte von Betroffenen zeigten kuriose Umwege auf. Benutzt der Fahrgast zur ersten Etappe die Weschnitztalbahn in Richtung Fürth, muss er nach seinem Umsteigen in den Bus einen guten Teil der Strecke in entgegengesetzter Richtung wieder auf der Straße zurücklegen. Er kann aber auch schon an der Haltestelle Fahrenbach/Lörzenbach aussteigen, zu Fuß über die enge, steile frühere Kreisstraße nach Lörzenbach gehen und dort an der Haltestelle „Brücke“ auf den nächsten Bus nach Heppenheim warten.

Kurios wird es, wenn das Ruftaxi benutzt wird, wie eine erfahrene ÖPNV-Nutzerin berichtete. Dieses Ruftaxi kann nicht in Lörzenbach halten (dieser Ortsteil gehört zu Fürth), sondern muss seine Fahrt bis Lauten-Weschnitz fortführen, um den Fahrgast aussteigen zu lassen.

Auch die jetzt von Karsten Krug verkündete und von Rimbachs Bürgermeister Holger Schmitt erfreut zur Kenntnis genommenen Wiederaufnahme der Busverbindung von Wald-Michelbach über Mörlenbach, Bonsweiher, Juhöhe nach Heppenheim bringe den Rimbacher Bürgern wenig. Sie müssten erst nach Mörlenbach kommen und dort die passende Zusteigemöglichkeit zum Bus nach Heppenheim finden. Der Kreis habe die Einstellung der direkten Verbindung von Rimbach nach Heppenheim im Übrigen damit begründet, dass sich Fahrgäste aus Fürth geärgert hätten, eine Sonderschleife (also einen Umweg) über Rimbach fahren zu müssen. mk

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