Heppenheim

Kreiskrankenhaus Notfallambulanz erhält gute Noten

Gütesiegel für den Schockraum

Heppenheim.Schockraumalarm: Wird er am Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim ausgelöst, bleiben dem Team oft nur wenige Minuten, bis der Rettungsdienst mit einem in Lebensgefahr schwebendem Verletzten die Notfallambulanz erreicht.

Der Schockraum ist das Herzstück eines Traumazentrums, wie es am Kreiskrankenhaus arbeitet, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Zentrum soll, ausgerichtet an internationalen Standards, bestmögliche Hilfe in kritischen Fällen garantieren – und das auf kurzen Wegen. Es hat so zentrale Bedeutung in der Schwer- und Schwerstverletzten-Versorgung im Kreis Bergstraße und für die umliegenden Regionen. Dass die Einrichtung aktuell als lokales Traumazentrum rezertifiziert worden ist, unterstreiche die Behandlungsqualität, heißt es in der Pressemitteilung. Ausbildungsstand des Schockraumteams, Ausstattung der Räumlichkeiten und Abläufe folgen demnach streng den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU).

Vor sechs Jahren modernisiert

Der Schockraum des Kreiskrankenhauses wurde vor sechs Jahren für rund 100 000 Euro ausgebaut, komplett modernisiert und erstmals zertifiziert. Auch heute entspreche er dem modernsten Stand. Rund um die Uhr steht ein neunköpfiges Team zur Versorgung von Schwerverletzten bereit. Angebunden ist die Arbeit an die Unfallchirurgie am Kreiskrankenhaus. Als Sektionsleiter verantwortet Dr. Wolfgang Armbruster den Bereich, Stellvertreter ist Dr. Markus Kellert – zwei erfahrene Klinikärzte mit der Zusatzqualifikation „Spezielle Unfallchirurgie“ aus der Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie von Chefarzt PD Dr. Peter Arnold.

Das Traumazentrum an dem zum Heidelberger Universitätsklinikum gehörenden Kreiskrankenhaus sei gut aufgestellt, heißt es in der Mitteilung. Das Zertifikat dürfe als wichtiges, weil externes Gütesiegel verstanden werden. Zudem sichere die Zertifizierung den Platz der Einrichtung im Traumanetzwerk Kurpfalz. Die Idee der Netzwerkarbeit werde von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie seit Jahren vorangebracht. Mit der Zertifizierung werde ihr zusätzlich Gewicht verliehen. Das Konzept „dient der Optimierung der Prozess- und Strukturqualität“, erklärt die DGU.

Experten jederzeit abrufbar

Die dem Schockraumteam angehörenden Ärzte, Pflegekräfte und Assistenten arbeiten am Kreiskrankenhaus an unterschiedlichen Stellen. Fest im Team sind Spezialisten aus der Unfallchirurgie und Anästhesie. Wenn erforderlich, werden Experten weiterer Fachbereiche hinzugezogen. Bei einer Alarmierung sind sie schnell im Schockraum. Während der Rettungswagen auf dem Weg zur Klinik ist, bereiten sie die Übernahme vor.

Ein Schockraum-Algorithmus macht minutiös standardisierte Vorgaben zur weiteren Versorgung. Ziel ist, alle lebensbedrohlichen Verletzungen sicher zu erkennen, den Patienten zu stabilisieren und die weitere Versorgung einzuleiten.

Letzteres kann eine Verlegung zu einem sofortigen Eingriff in den OP oder zur Betreuung auf der Intensivstation bedeuten. Bei besonders komplexen Verletzungsmustern (etwa offenes Schädel-Hirn-Trauma oder abgetrennte Gliedmaßen), erfolgt nach der Stabilisierung eine Verlegung in eine Spezialklinik innerhalb des Traumanetzwerks. Beim Netzwerk Kurpfalz sind das die Universitätskliniken Heidelberg und die Universitätsmedizin Mannheim. Komplettiert wird der Verbund durch die GRN-Klinik Sinsheim, Theresienkrankenhaus Mannheim und Krankenhäuser der Neckar-Odenwald-Kliniken in Buchen und Mosbach. zg

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