Heppenheim

Jubiläum Der BUND Bergstraße wird 40 Jahre alt und lädt zum Sommerfest in den Hof des „Saalbau“-Kinos ein

Im Dauereinsatz für die Natur

Archivartikel

Heppenheim.Seit 1979 engagieren sich auch Bergsträßer im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Seinen 40. Geburtstag feiert der Kreisverband am 17. August (Samstag) ab 14 Uhr mit einem Sommerfest im Garten und Foyer des Heppenheimer „Saalbau“-Kinos. Eingeladen sind alle, die sich für Klima, Umwelt und Natur interessieren.

Unter den Kastanien bauen Weltladen, Foodsharing, Unverpackt und andere zielverwandte Initiativen ihre Stände auf. Das Speisenangebot besteht überwiegend aus Bio-Zutaten. Livemusik und ein Improvisationstheater sorgen für stimmungsvolle Unterhaltung.

Diskussionen mit Fachleuten

Den „Saalbau“ hat der Verein dabei nicht zufällig ausgewählt: Seit sechs Jahren zeigt der BUND hier eine erfolgreiche Umweltreihe. Nach den Filmen nehmen die Besucher an Diskussionen mit Fachleuten und Politikern teil, können Infomaterial mit nach Hause nehmen und Biospezialitäten verkosten.

Bei der Feier am 17. August stellt der BUND Bergstraße Aktivitäten aus vier Jahrzehnten vor. Ein Kernthema war und bleibt dabei die Energiewende. Über viele Jahre hinweg hat sich der Kreisverband an Anti-Atomkraft-Protesten beteiligt und begleitet den Rückbau des AKW Biblis seit dessen Stilllegung kritisch.

Gleichzeitig setzt sich der BUND für einen zügigen und naturverträglichen Ausbau der Windenergie an geeigneten Standorten im Kreis Bergstraße ein. Dies unterstreichen die Umweltschützer beim Sommerfest mit einer kleinen Ausstellung.

Von Anfang an eingesetzt hat sich der BUND auch für den Erhalt und Schutz von Freiflächen und gegen die fortgesetzte Umwandlung von Äckern und Wiesen für Siedlungs- und Verkehrszwecke. Die Forderung lautet, die Flächenversiegelung so schnell wie möglich auf „netto null“ zurückzusetzen. Das bedeutet: Wenn eine Fläche zubetoniert wird, sollte an einer anderen Stelle eine gleich große entsiegelt werden.

Lange bevor der Begriff „Heißzeit“ geprägt wurde, machte der BUND zudem auf den verdurstenden Wald im hessischen Ried aufmerksam. Er setzte sich öffentlichkeitswirksam für die Anhebung des Grundwasserspiegels unter dem Wald ein und präsentierte auch eine technische Lösung gegen die Vernässung von Agrarflächen und Kellern.

Apfelsaft aus Streuobst

Der Verband kritisiert, dass die Landesregierung entsprechende Empfehlungen nicht umsetzt, und klagt gegen Wasserbescheide zur Trinkwassergewinnung, weil damit die „Pflichten zur Erhaltung des geschützten Riedwalds“ ignoriert würden. Eine Arbeitsgruppe kümmert sich um Streuobstwiesen, organisiert den fachgerechten Rückschnitt und verarbeitet die Früchte zu Apfelsaft, der auch beim Sommerfest angeboten wird.

Der Vorstand des BUND-Kreisverbands besteht aus fünf gleichberechtigten Sprechern: Rainer Bruckauf (Lorsch), Guido Carl (Lorsch), Hans-Jörg Langen (Heppenheim), Willy Welti (Birkenau) und Herwig Winter (Mörlenbach). Schatzmeister ist Wolfgang Glanzner (Einhausen). Der Vorstand wurde zuletzt im April 2018 gewählt. zg

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