Heppenheim

Nahverkehr Beim Aufstellen der neuen Angebote soll es keinen Schnellschuss geben

Mitfahrerbänke zuerst testen

Heppenheim.Sowohl in Hambach und Ober-Laudenbach als auch an den Stadtausgängen in Richtung der beiden Stadtteile sollen testweise Mitfahrerbänke aufgestellt werden. Mobile Bürger können hier weniger mobilen Mitbürgern helfen, beispielsweise ihren Einkauf in der Kreisstadt zu erledigen oder zum Arzttermin zu kommen. Gedacht ist das Ganze, das auf einen Antrag der Freien Wähler zurückgeht, als Ergänzung zum Öffentlichen Personen Nahverkehr – der nicht in allen Stadtteilen gleichermaßen gut funktioniert.

Eigentlich wollten die Freien Wähler, wie Kerstin Fuhrmann im Hauptausschuss noch einmal deutlich machte, diese Bänke in allen Stadtteilen installiert wissen. Hier sollen nach Vorstellung der Fraktion jene Menschen, die nicht über ein Auto verfügen, sitzend darauf warten können, dass sie von freundlichen, motorisierten Mitbürgern mitgenommen werden. Mithilfe von Klappschildern neben der Bank kann signalisiert werden, wohin die Reise gehen soll.

In den Ortsbeiräten war die Idee gut aufgenommen worden; allerdings wurde beispielsweise aus Kirschhausen signalisiert, dass man hier angesichts einer Buslinie, die im Halbstundentakt fährt, keinen Bedarf sieht. In den Ausschüssen – der Antrag war schon im Sozial- und im Bauausschuss diskutiert worden – waren aber auch skeptische Stimmen zu vernehmen. So wurde unter anderem darauf hingewiesen, dass es Probleme geben könnte, die Bänke so zu positionieren, dass der Verkehr nicht behindert wird, oder dass schon eine einzelne Bank durchaus mit 5000 Euro zu Buche schlagen könnte.

Bürgermeister Rainer Burelbach (CDU) verwahrte sich gegen die Vorstellung, man könne „mal eben so einige Bänke aufstellen“. Das Projekt sei vielmehr mit hohem organisatorischem Aufwand verbunden. „Da steckt ganz viel dahinter“, so das Stadtoberhaupt, es seien viele bauliche wie verkehrsrechtliche Vorgaben zu beachten, eventuell auch Einsprüche von Anwohnern zu erwarten. Ein von Christopher Hörst (FDP) eingebrachter Änderungsantrag sprach sich deshalb zunächst für den Test in nur zwei Stadtteilen aus, der am Ende eine große Mehrheit fand.

In der Hauptausschusssitzung ging es darüber hinaus um diese Themen: Der Jahresabschluss 2018 weist für die Stadt ein Plus von knapp fünf Millionen Euro aus. Vom Landrat genehmigt wurde die Nachtragssatzung 2019. Von Ulrike Janßen (WG LIZ) wurde im Ausschuss die Höhe des Nachtrags von 1,35 Millionen Euro kritisiert. Gebilligt wurde die Prüfung des Jahresabschlusses 2017 durch das Revisionsamt des Kreises.

Zugestimmt wurde im Ausschuss auch einem Gleichstellungsplan, der den am 30. September 2018 außer Kraft getretenen Frauenförderplan rückwirkend zum 1. Oktober 2018 ersetzt. Burelbach machte deutlich, dass auch in Zukunft Frauen gefördert würden; in manchen Bereichen wie dem Bauhof seien hier aber mangels Bewerbungen Grenzen zu erkennen.

Eine Mehrheit gab es sowohl für die neuen Satzungen zur Wasserversorgung als auch zur Entwässerung. Und auch einem Antrag der Grünen Liste zur Wiederbesetzung einer Koordinationsstelle Umwelt, Energie und Nachhaltigkeit wurde zugestimmt. Die Stelle, so der Bürgermeister, ist inzwischen extern ausgeschrieben.

Abgelehnt wurden Anträge zur Aufstellung von touristischen Hinweisschildern (Yannick Mildner), ferner die Einführung von hellen Straßenoberflächen zum Klimaschutz oder ein Zebrastreifen für Hambach (WG LIZ). jr

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