Heppenheim

Jahresbilanz Gebietsweinkönigin Heike Knapp hofft darauf, ihr Amt nicht nur mit Online-Formaten ausführen zu können / Vorbereitungen für anstehende Klausuren laufen

Online-Weinproben als Alternative in der Krise

Archivartikel

Heppenheim.Eigentlich hätte Gebietsweinkönigin Heike Knapp wesentlich mehr zu tun gehabt. Doch im Corona-Jahr ist eben alles anders. Wie fällt ihr Halbzeitfazit zur Regentschaft aus? Wir haben mit ihr zwischen den Jahren gesprochen.

Frau Knapp, Sie sind Gebietsweinkönigin in Krisenzeiten. Haben Sie Ihr Amt bisher bereut?

Heike Knapp: Nein, gar nicht. Ich finde es natürlich schade, dass wir uns aktuell im zweiten Lockdown befinden und dass aus diesem Grund keine Veranstaltungen möglich sind. Aber ich wusste ja schon ein bisschen, auf was ich mich einlasse. Das letzte Jahr war eine Herausforderung. Mal sehen, was 2021 nun bringen wird.

Gibt es denn die Option, noch ein weiteres Amtsjahr dranzuhängen. Dann vielleicht zu besseren Konditionen?

Knapp: Darüber habe ich mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken gemacht. Von meiner Seite aus theoretisch schon – aber es wurde im Corona-Jahr neu gekrönt. Da gehe ich mal stark davon aus, dass es auch für die nächste Amtsperiode eine neue Kandidatin geben wird.

Haben Sie denn Kontakt zu anderen Hoheiten? Stehen Sie sich gegenseitig bei?

Knapp: Ich stehe mit der Bensheimer Blütenkönigin Josefine Queißer in Kontakt. Wir tauschen uns regelmäßig aus. Ansonsten habe ich leider noch keine Hoheiten kennenlernen können. Das ist irgendwie schade. Ich hoffe, dass wir das alles noch nachholen werden.

Was vermissen Sie in dieser Zeit am meisten?

Knapp: Mich ganz unbeschwert mit meinen Freunden zu treffen. Gesellige Stunden, gemeinsam was erleben. Sich mal wieder umarmen. Ich hatte erst kürzlich Geburtstag und hätte gerne mit ihnen gemeinsam gefeiert. Weil das aber nicht ging, habe ich jedem eine Flasche Wein und ein paar Kekse vor die Tür gestellt und wir haben dann immerhin in einem Video-Call gemeinsam angestoßen.

Fühlen Sie sich denn aktuell oft einsam?

Knapp: Nun, am Schreibtisch bin ich das sicher ab und an. Ich nutze die Zeit aktuell einfach, um mich auf mein Studium zu konzentrieren und mich auf meine Klausuren vorzubereiten. Aber wenn mich der Lagerkoller überkommt, dann schnapp ich mir den Hund meiner Eltern und wir drehen gemeinsam ein paar Runden. Das macht den Kopf frei. Auch bei der Arbeit in den Weinbergen kann ich perfekt entspannen. Das bringt mich auf andere Gedanken, stimmt mich fröhlich und lässt mich neuen Mut fassen.

Und gibt es vielleicht ein Event, dass Sie sich für das Jahr 2021 schon im Kalender markiert haben?

Knapp: Nein, leider noch gar nicht. Ich hoffe einfach, dass es überhaupt wieder Feste und Veranstaltungen geben kann. Dass wir rauskommen und was erleben und dass ich mein Amt ausfüllen darf. Immerhin: Dass es mit Online-Formaten Alternativen gibt, das ist großartig. Ich denke dabei zum Beispiel an Online-Weinproben. Aber das ist natürlich dennoch nicht dasselbe.

Ist es wichtig, trotz der Pandemie eine Gebietsweinkönigin zu krönen?

Knapp: Ich halte das für enorm wichtig. Es zeigt den Menschen, dass es weitergeht und dass wir uns von der Situation nicht unterkriegen lassen. Klar, es ist alles anders. Aber wir halten an den Traditionen fest und vertrauen darauf, dass wieder bessere Zeiten kommen. Deshalb habe ich mich auch im Pandemie-Jahr beworben. Ich wusste, dass das eine Herausforderung wird, aber ich wollte mich dieser außergewöhnlichen Situation stellen.

Als Gebietsweinkönigin trägt man auch hübsche Roben. Konnten Sie alle überhaupt schon ausführen?

Knapp: Ich wusste ja, in welcher Zeit ich amtiere. Ich habe mir erst gar nicht so viele gekauft. Die meisten hatte ich schon an. Aber ein bodenlanges Abendkleid wartet noch im Schrank auf seinen Auftritt. Ich hoffe, dass ich es bald ausführen kann.

Wenn Sie einen Wunsch für 2021 frei hätten, welcher wäre das?

Knapp: Aktuell wünsche ich mir tatsächlich nur, dass meine Klausuren im Frühjahr wie geplant stattfinden können. Das Lernen hat mich momentan ganz eingenommen. Danach habe ich dann wieder Kraft und Zeit mich anderen Dingen zu widmen. pam

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