Heppenheim

„Verrückt? Na und!“

Regionalgruppe stellt sich vor

Archivartikel

Bergstraße/Heppenheim.Der Psychosoziale Hilfsverein Heppenheim und die Destag-Stiftung haben in Zusammenarbeit mit dem Verein „Irrsinnig Menschlich“ die neue Regionalgruppe Kreis Bergstraße des Projekts „Verrückt? Na und!“ vorgestellt. „Irrsinnig Menschlich“ ist der bundesweite Initiator des Präventionsprogramms, das sich an Schüler im Alter von 14 bis 20 Jahren und ihre Lehrer richtet.

„Ziel ist es, ein Bewusstsein für eine frühzeitige Auseinandersetzung mit psychischer Gesundheit zu schaffen. Das bedeutet: Ängste und Vorurteile abzubauen, Zuversicht und Lösungswege in Krisen zu vermitteln und Wohlbefinden zu fördern“, teilen die Verantwortlichen mit. Die Schulklassen werden dazu von einem Psychologen oder Sozialarbeiter und einem Betroffenen, der eine seelische Krise gemeistert hat, besucht.

Mobbing, Trennung, Sucht

Mit ihnen und ihren Lehrern können sich die Jugendlichen dann über Fragen zur psychischen Gesundheit austauschen. Typische Themen sind Leistungsdruck, Mobbing, die Trennung der Eltern, Krankheit in der Familie, Süchte oder Zukunftssorgen. Höhepunkt des Besuchs ist stets der Austausch mit den Betroffenen. Die Schüler erfahren beispielsweise, wie sich eine Depression oder eine Psychose anfühlt, wo es Hilfe gibt und was sie selbst, Freunde, Eltern und Lehrer tun können.

Die starke Wirkung der Veranstaltung entsteht nach Angaben der Verantwortlichen insbesondere durch diese Begegnung. „Wir beteiligen uns an dem Projekt, weil wir wissen, dass psychische Krisen und Erkrankungen häufig vorkommen und überwiegend in der Jugendzeit beginnen. Dabei werden sie noch immer tabuisiert und die Betroffenen finden oft zu spät Hilfe“, sagt die Koordinatorin der Regionalgruppe Bergstraße, Birgit Schreiber.

Krisen gemeinsam meistern

Schüler und Lehrer sollen lernen, wie sie gemeinsam ihre psychische Gesundheit stärken und Krisen meistern können. „Verrückt? Na und!“ ist ein Modellprojekt für die Umsetzung der nationalen Gesundheitsziele „Gesund aufwachsen“ und „Depressive Erkrankungen verhindern“. Das Programm wird an über 80 Standorten in zwölf Bundesländern angeboten, darüber hinaus in Österreich, Tschechien und der Slowakei. Präventionspartner sind die Krankenkasse Barmer und das Portal www.gesundheitsziel.de. zg

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