Heppenheim

Pogromgedenken

Sondervorführung im „Saalbau“

Archivartikel

Heppenheim.Zum Gedenken an die Pogromnacht findet am kommenden Sonntag, 17. November, ab 17.45 Uhr eine Sondervorführung des Films „Wir sind Juden aus Breslau“ im Heppenheimer „Saalbau“-Kino statt. Der Kinodokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies zeigt überlebende Jugendliche und ihre Schicksale nach 1933. Er ist für Jugendliche ab zwölf Jahren freigegeben und dauert 108 Minuten. Zu der Veranstaltung laden der Kreis Bergstraße, der Freundschaftsverein Brücke/Most und das Heppenheimer Martin-Buber-Haus ein.

„Gezeigt wird ein Film von aktueller Brisanz, der ein eindringliches Zeichen setzt gegen stärker werdende nationalistische und antisemitische Strömungen in Europa. Ein Film, der aufzeigt, wohin eine katastrophale Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen führt. Ein Film, der anhand verschiedener Lebensschicksale auch die Gründung des Staates Israel mit den Erfahrungen des Holocaust in Verbindung setzt“, heißt es in der Ankündigung.

Gemeinsames Schicksal

„Die Protagonisten waren jung und blickten erwartungsfroh in die Zukunft. Sie waren in Breslau zu Hause, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden.

„Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich im Ausland oder auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt“, heißt es weiter.

Zeitzeugen erinnern sich

14 Zeitzeugen erinnern in der Dokumentation an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau und zeichnen ein facettenreiches Generationenporträt. Einige nehmen den Weg in die frühere Heimat auf sich, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen. „Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft“, heißt es in der Ankündigung abschließend.

Als Protagonisten zu sehen sind Esther Adler, Gerda Bikales, Anita Lasker-Wallfisch, Renate Lasker-Harpprecht, Walter Laqueur, Fritz Stern, Guenter Lewy, David Toren, Abraham Ascher, Wolfgang Nossen, Eli Heymann, Mordechai Rotenberg, Max Rosenberg, Pinchas Rosenberg sowie eine deutsch-polnische Jugendgruppe aus Bremen und Wrocaw. zg

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel