Heppenheim

Tourismus Die Seminarreihe „Typisch Hessen“ gibt Erzeugern und Gastronomen Tipps zur Kundenbindung

Wie heimische Produkte zur Marke werden

Heppenheim.Tourismus im ländlichen Raum ist eine Herausforderung. Wie aus „typisch hessisch“ regionale Stärke und verlässliche Qualität erwachsen kann, wollen hessisches Umweltministerium, die Hessen Agentur und die Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar als Veranstalter einer Schulungsreihe mit den Erzeugern und Gastronomen eruieren.

Die Resonanz auf einen ersten Termin in Heppenheim mit Referaten und Diskussion war ermutigend: Im Viniversum der Bergsträßer Winzer eG hatte sich eine stattliche Zuhörerschaft eingefunden, die von Anfang an bei der Sache war.

Federführend vorbereitet hatte das kostenfreie Seminar Katharina Kreutz von der IHK in Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgemeinschaft der Tourismusorganisationen. Auch deren Vertreter aus Darmstadt-Dieburg, dem Odenwald, von der Bergstraße sowie Christine Friedrich, Geschäftsführerin des Hotel- und Gastronomieverbands (Dehoga) Südhessen, waren zu der Veranstaltung gekommen.

„Wir wollen mit Ihnen ins Gespräch kommen“, sagte Herbert Lang, Moderator und Leiter Tourismus und Kongressmarketing der Hessen Agentur, „denn Sie sind die Multiplikatoren der regionalen Kulinarik, und da haben wir gern alle Partner mit an Bord.“ Und sein Kollege Sebastian Gleichsner, Projektleiter Natur- und Landerlebnis, ergänzte: „Ihr Feedback ist uns ebenso wichtig, auch für alle Folgeveranstaltungen, die wir auf den Weg bringen wollen.“

Der Tourismus in Hessen ist seit Jahren im Aufwind. 2018 haben insgesamt 16 Millionen Gäste Outdoor-Aktivitäten, das Naturerlebnis, Bio-Lebensmittel und Regionalität zu schätzen gewusst. Den Tourismus, so Gleichsner, müsse man zwar nicht neu erfinden, er sollte aber Authentizität anstreben und regionaltypische Produkte herausstellen: „Das ist unsere Vision, und der Hebel dafür ist die Kulinarik.“

Regionale Gerichte, Produkte und Angebote als Chancen im Betrieb thematisierte Unternehmensberaterin Dr. Ilona Gebauer. Ihr Tipp: Ehrlichkeit in der Kommunikation und intelligente Vernetzung. Regionalität als Gegenpol zur Globalisierung steht ihrer Einschätzung nach für Tradition, Vertrauen und Sicherheit. Heimische Produkte seien natürlich teurer und oft nur saisonal verfügbar, aber das könne auch ein Vorzug sein, eine Besonderheit, die auf einer Themenkarte oder in Aktionswochen beworben werden könne. Michel van Goethem von der Dehoga Hessen aus Wiesbaden brachte noch einen weiteren Aspekt ins Spiel: „Hessen à la carte“ als Rezept für begeisterte Gäste. „Gebt Besuchern eine Geschichte mit, damit sie danach was zu erzählen haben. Wichtig ist, ein bisschen anders zu sein als alle. Macht das Wirtshaus oder Restaurant zu einer Marke, und bleibt ihr treu.“

Wie das funktionieren könnte? Durch Essen als Erlebnis, durch den Versuch, selbst etwas zu kreieren als „Knaller außer der Reihe“ mit Wiedererkennungswert, sodass die Gäste als Botschafter und Multiplikatoren wirken können. „Guckt mit anderen Augen auf eure Region, tut Gutes und redet darüber, stärkt das Image der Region, indem ihr das eigene Image stärkt.“

Digitalisierung als Chance begreifen: Der Beitrag von Marc Schnerr, Chefredakteur der „Tageskarte“, beschloss die Veranstaltung und ermutigte zum digitalen Buchungsdialog mit dem Gast – allerdings mit möglichst komfortablem Handling, das die Abläufe optimieren und zuverlässiges Feedback garantieren könne: „Wenn wir das nicht gewährleisten können, schauen wir in die Röhre.“ Und für Marc Schnerr viel wichtiger noch als jede Technologie: „Begeistern Sie Ihre Gäste!“ jn

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