Heppenheim

Spende Die Frauenunion hat das Bruchsee-Ufer mit einer besonderen Sitzgelegenheit bereichert / Eine Schaukelbank lädt dort ab sofort zum Entspannen und Verweilen ein

Wippen und Schaukeln mit Blick auf den See

Archivartikel

Heppenheim.Still sitzen ist definitiv nicht gewünscht auf der neuen Schaukelbank am Bruchsee. Nahe dem Seeufer, unweit des Wasserspielplatzes, fällt das neue Mobiliar ins Auge. Es hat drei knallgelbe Federn, die die sonst üblichen Beine ersetzen. Wer sich draufsetzt, der kann wippen und federn nach Herzenslust, egal ob Kind, Erwachsener oder Senior. Allein, zu zweit, zu dritt zu viert – vorausgesetzt, er hält sich an die Corona-Abstandsregeln.

Von der Alla-hopp-Anlage inspiriert

Dass die Schaukelbank nun am Bruchsee steht, ist dem Engagement der Heppenheimer Frauenunion (FU) zu verdanken. Die haben das Geld, dass sie beim Verkauf auf den Nikolausmärkten 2018 und 2019 an ihrem Stand erwirtschaftet haben, für die Anschaffung des Möbelstücks verwendet. „Wir haben so eine Bank bei der Alla-hopp-Anlage in Bürstadt entdeckt“, erläutert FU-Vorsitzende Daniela Engelhardt. Und weil man dieses Mal dazu beitragen wollte, dass Senioren und Kinder gleichermaßen Spaß haben, habe man sich für diese Investition entschieden. 2200 Euro hat die Schaukelbank gekostet, auf der man sich so fühlen kann wie der berühmte Wackeldackel auf der Hutablage im Auto. Der städtische Bauhof hat die Sitzgelegenheit montiert. Die Bank passt hervorragend in das neue Vorhaben der Stadt, Heppenheim zu einer „besitzbaren Stadt“ zu machen. Im Naherholungsgebiet Bruchsee macht das Sitzen jetzt gleich doppelt Spaß. Dort stehen neben der Schaukelbank und normalen Ruhebänken auch knallrote Liegebänke. Von der neuen Bank hat man einen schönen Blick auf den See, die Weinberge und die Starkenburg.

Wie wichtig dieses Naherholungsgebiet für die Heppenheimer sei, zeige sich gerade in Zeiten der Pandemie, finden die Damen von der Frauenunion. Rausgehen, an der frischen Luft Freude haben – „das können wir Alten auch gut gebrauchen“, sagt Daniela Engelhardt und lacht. Ihre Stellvertreterin Susanne Straub ergänzt: „Wir gestalten mit, wir mischen uns ein“, das sei das Motto der Frauenunion. Da liegt nahe, dass die CDU-Frauen noch einige weitere Wünsche für die Kreisstadt haben.

Ein Minigolfplatz könnte folgen

Vieles ist schon passiert am Bruchsee in den letzten Jahren, zeigt sich Medrida Serdani erfreut. Geräte, Bänke und Wege würden in Schuss gehalten, hat Heike Gugenberger festgestellt. Doch da geht noch mehr, findet die Frauenunion. Ein Vorschlag wäre ein Minigolfplatz – hier würde sich die Wiese zwischen Wasserspielplatz und Wassersportverein anbieten. Hier könnte man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Der Betreiber des Minigolfplatzes könnte während der Saison Getränke, Eis und Snacks verkaufen. Mehr Angebote für die ganze Familie wünschen sich die Frauen. Auch ein ganzheitliches Tourismus-Konzept fehle, etwa die Verbindung zwischen Bruchsee und den Weinbergen.

Die dunklen, angsteinflößenden Ecken seien in Heppenheim mittlerweile weniger geworden, finden Engelhardt, Straub, Heike Gugenberger und Medrida Serdani. „Aber es gibt Orte, da ist die Situation noch verbesserungswürdig“, betont Susanne Straub. Dazu zähle die Kalterer Straße, wie Daniela Engelhardt ergänzt. Auch die Straßenbeleuchtung in der Nordstadt II sei nicht hell genug, zu duster sei es auch an der Gunderslache und selbst die Beleuchtung am Graben sei nicht optimal, weil man Menschen erst sehr spät erkenne. „Ein einheitliches Lichtkonzept mit Unterstützung durch einen Lichtplaner wäre wünschenswert“, so die Vertreterinnen der Frauenunion.

Übrigens: Der Nikolausmarkt in der Kreisstadt geht auch auf eine Initiative der Frauenunion zurück, unter anderem auf das Engagement von Ruth Kutzmann. Verkauft werden am Stand der FU Köstlichkeiten vom Grill – hier gibt es die beste Currysauce der Stadt, finden sie –, Pflaumenwein, selbst gebackene Plätzchen und Nikolausbier. Mit den Erlösen früherer Nikolausmärkte hat die Heppenheimer Frauenunion bereits viel Gutes getan. So unterstützten sie unter anderem Annis Suppenküche oder den Verein „Bürger und Polizei“. Doch der Nikolausmarkt 2020 musste Corona-bedingt ausfallen. Auch die Frauenunion setzt derzeit auf virtuelle Angebote. Eine Diskussion über verlorene Werte kam bei den Zuschauern so gut an, dass es bald eine Fortsetzung geben soll. Thema soll dann der harsche Umgangston im Internet sein. rid

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel