Heppenheim

Gesundheitsversorgung Am Kreiskrankenhaus informierten Mediziner über den sogenannten FAST-Test und verschiedene Therapieansätze

Woran man einen Schlaganfall erkennt

Archivartikel

Heppenheim.Was tun bei einem Schlaganfall oder dem ersten Verdacht? Sofort die 112 wählen und den Rettungsdienst holen! Das war jetzt eine der Kernbotschaften am Kreiskrankenhaus Bergstraße. Bei einer Veranstaltung zum Thema Schlaganfall beschrieben Spezialisten in Heppenheim zahlreichen Zuhörern Symptome und Behandlungen. Die Ärzte eröffneten dabei interessante Einblicke in die moderne Schlaganfallmedizin.

So erfuhren die Besucher, dass im vergangenen Jahr mehr als 800 Menschen mit einem Schlaganfall oder Schlaganfallverdacht ins Kreiskrankenhaus gebracht worden waren. Die häufigste Ursache ist ein Gefäßverschluss im Gehirn. Die Symptome können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein, oft besteht jedoch Lebensgefahr oder die Gefahr, bleibende Schäden zu erleiden.

Unterschiedliche Symptome

Wie die Experten erläuterten, kündigt sich ein Schlaganfall nicht an, sondern tritt plötzlich auf. Nicht immer sind die Symptome bleibend, sie können in ihrer Ausprägung schwanken oder sich, ähnlich schnell wie sie aufgetreten sind, zurückentwickeln. Halbseitige Lähmungen, hängende Mundwinkel sowie Probleme beim Sprechen, Verstehen oder Sehen sind typische Zeichen, die Betroffene und deren Umfeld sofort alarmieren müssen.

Zur Schnellerkennung eines Schlaganfalls kann der sogenannte FAST-Test hilfreich sein: Die Abkürzung kommt aus dem Englischen und steht für Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit). Mit diesem Test sollen auch Laien untersuchen können, ob die Mundwinkel symmetrisch sind, der Betroffene beide Arme auf gleicher Höhe halten kann und die Aussprache deutlich ist. Zudem erinnert das „T“ an den Faktor Zeit, also an die sofortige Auslösung des Notrufs über die 112.

„Schnelle Hilfe ist in dieser Situation von allergrößter Wichtigkeit“, schreibt das Kreiskrankenhaus. In Heppenheim selbst gibt es eine sogenannte Stroke Unit, eine Spezialstation zur Behandlung von Schlaganfallpatienten. Rund um die Uhr ist das Kreiskrankenhaus mit dem Heidelberger Universitätsklinikum verbunden und darüber hinaus Partnerklinik im Schlaganfallkonsortium Rhein-Neckar.

Für die Mediziner in den Fachkliniken besteht bei der Diagnose Schlaganfall die Möglichkeit, das Blutgerinnsel im Kopf mit einem Medikament aufzulösen. Dies wird am Kreiskrankenhaus häufig durchgeführt. „Bei manchen Patienten ist aber auch ein Eingriff notwendig“, heißt es weiter. Dabei wird das Gerinnsel mit einem winzigen Katheter aus den Gehirngefäßen entfernt.

Der Zeitkorridor ist eng

Bei beiden Therapieansätzen gilt: Der Zeitkorridor, in dem das Entfernen des Gerinnsels möglich ist, ist eng. Und mit jeder Minute, die bis dahin vergeht, wird das Gehirn mehr und mehr geschädigt. „Pro Minute sterben etwa 1,9 Millionen Nervenzellen, 14 Millionen Synapsen und zwölf Kilometer Nervenfasern ab“, informierten die Mediziner bei der Schlaganfallveranstaltung am Kreiskrankenhaus. Patienten, die dort behandelt werden, werden anschließend mit einem Rettungsfahrzeug zur Uniklink Heidelberg gebracht und dort weiterbehandelt.

Viele unterschiedliche Aspekte rund um den Schlaganfall wurden bei dem informativen Nachmittag besprochen und dabei auch gezeigt, dass die Behandlung von Schlaganfällen auch bei Menschen im hohen Alter sinnvoll ist. Daneben wurde auch die Operation an der Halsschlagader erläutert, die in Heppenheim regelmäßig durchgeführt wird, und die Mediziner informierten darüber, in welch enger Beziehung Herz und Hirn im Zusammenhang mit der Diagnose Schlaganfall stehen. zg

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