Kirche

Auftauchen in das Neue

Archivartikel

Wenn von einer Taufe gesprochen wird, so verbinden viele damit schlicht eine verbindliche Namensgebung. Biblisch betrachtet, geht es um etwas ganz anderes.

Das ursprüngliche Ereignis war die Taufe Jesu am Jordan. Laut Überlieferung lebte Johannes, der Täufer, in der Wüste und predigte dort den Menschen. Sein Untertauchen der Menschen im Fluss sollte ein Ausdruck deren Buße sein. Das Wasser sollte das Vergangene fortspülen und der Getaufte wieder „rein“ auftauchen. Jesus ließ sich wie auch viele andere von Johannes taufen. Evangelist Matthäus berichtet, der Himmel habe sich mit seinem Auftauchen geöffnet und man habe den Geist Gottes wie eine Taube herabfahren und über ihn kommen sehen: „Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe“ (Mt 3,17).

Verschiedene jüdische Strömungen kannten zu der Zeit die „Lehre der Waschungen“, an der sich die Bußtaufe Johannes orientierte. Jesus hat seine Jünger später beauftragt, alle Menschen zu taufen. Er selber hat aber wohl nicht getauft. Das Untertauchen wird als Zeichen des „Abtauchens“ in der bisherigen Welt, das „Auftauchen“ als Eintritt in das Neue gewertet. Das Wasser, in das er sich begibt, „tötet“ und „schenkt Leben“ zugleich. Apostel Paulus spricht später davon, dass die Menschen „in Christi Tod“ getauft und mit Christus „begraben in den Tod“ seien. Mit ihr erhalte der Getaufte Anteil an Christi Auferstehung.

Die symbolische Taufhandlung gilt heute daher als Teilhabe an der Sündenvergebung und wird zugleich als Eingliederung in die kirchliche Gemeinschaft begriffen. Alle christlichen Kirchen bewerten die Taufe jedenfalls als grundlegende und lebenslang gültige Zusage der Vergebung und der Liebe Gottes.

Die Taufform des Urchristentums, die durch Untertauchen das „Begrabenwerden und Auferstehen mit Jesus Christus“ symbolisiert, wird heute vor allem in den Ostkirchen, vielen Freikirchen oder bei den Zeugen Jehovas praktiziert.

Evangelische und katholische Kirche spenden die Taufe durch Untertauchen oder durch Übergießen. Durch Vorrang der Kindertaufe wird sich meist nur auf das symbolische Übergießen des Wassers beschränkt.

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