Kirche

Dank für die Gaben

Erntegaben zum Altar zu bringen und für all das zu danken, was die Schöpfung an „Lebensmittel“ hergibt, das verbindet Völker und Religionen auf der ganzen Welt. Christen feiern ihren Erntedank nach der Ernte im Herbst. Vor allem Feldfrüchte – Getreide und Obst – werden in die Kirchen gebracht und dekorativ aufgestellt. Mit Gebeten und Gesang dankt die Gemeinde Gott für die Ernte.

Die ersten christlichen Erntedankfeste sind im 3. Jahrhundert dokumentiert. Erntefeste sind wahrscheinlich so alt wie der Ackerbau selbst. Je nach Region und Klimazone wird die Ernte zu unterschiedlichen Jahreszeiten abgeschlossen. Daher gibt es unterschiedliche Zeiten für den Erntedank.

In früheren Zeiten wurde der Erntedank auch mehrfach im Jahr gefeiert. So gab es in römischer Zeit vier verschiedene Erntefeiern. Das im Herbst gefeierte Fest setzte sich im christlichen Ritus fort.

Im Alten Testament werden zwei israelitische Erntefeste genannt. Sie gelten ebenso als Vorläufer des christlichen Erntedanks. Das Judentum feiert sie noch heute: Das Wochenfest Schawuot, bei dem der Ernte der ersten Feldfrüchte gedacht wird, und das Laubhüttenfest Sukkot, das der herbstlichen Obst- und Weinlese gedenkt.

In Anlehnung an das Erntedankfest wird in Nordamerika seit 1621 am vierten Donnerstag im November der Thanksgiving-Day als ziviler Feiertag begangen.

In vielen christlichen Gemeinden ist es inzwischen Tradition, alle gesammelten Gaben nach dem Gottesdienst an Bedürftige zu verteilen. Oder das Erntedankfest wird mit Solidaritätsaktionen zugunsten hungernder Menschen verbunden. Auch wenn es keine verbindlichen Vorgaben gibt: Evangelische und Katholische Kirche empfehlen die Erntedankfeier am ersten Sonntag im Oktober.

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