Kirche

„Darauf schwöre ich“

Wer auf etwas schwört, der vertraut und baut auf jemanden oder auf etwas. Wer selbst schwört, der wiederum bekräftigt das Genannte mit eigenen Worten. Eine Person, die einen Schwur oder Eid ablegt, die verspricht etwas in feierlicher Form und verwendet dabei Worte und Rituale. Um allen sichtbar zu machen, dass es sich um einen feierlichen Schwur oder Eid handelt, zeigt die Person den Anwesenden die Schwurhand. Die beiden gestreckten Schwurfinger und der Daumen, die erhoben werden, symbolisieren die Unterwerfung unter den dreifaltigen Gott.

Ein Meineid bedeutet, das Gesagte nicht einhalten zu können und zieht Konsequenzen nach sich. Früher ging man davon aus, der Mensch riskiert dabei das eigene Seelenheil. Im Mittelalter wurde bei Missbrauch des Schwurs die Schwurhand abgeschlagen.

Im heutigen Leben spielt das Schwören kaum noch eine Rolle. Anderes war es zu Zeiten Jesu. Das Schwören war alltägliche Praxis. „Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht!“, fordert Jesus in seiner Bergpredigt auf. Seine Anhänger sollen so handeln, dass sie es gar nicht nötig haben zu schwören. Ein „Ja“ soll ein klares „Ja“ sein, ein „Nein“ ein festes „Nein“.

Eine Person, die ehrlich lebt und von der andere wissen, dass man sich auf deren Wort verlassen kann, die hat es nicht nötig, zu schwören. Man wird ihr alles glauben. Ein ehrlich geführtes Leben, so wissen es heute Psychologen und Sozialwissenschaftler, stützt in erheblichem Maß die Beziehungen unter den Menschen und trägt wesentlich zum Gemeinwohl bei - das Anliegen, das auch die Bergpredigt zum Inhalt hatte.

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