Kirche

Der erlöste Mensch

Archivartikel

Am 15. August feiern Christen der römischen Kirche das Fest Mariä Himmelfahrt. Eingeführt wurde es im siebten Jahrhundert. Die orthodoxe Ostkirche feiert das Fest bereits seit dem fünften Jahrhundert.

Im Blick steht die Aufnahme der „Gottesmutter“ Maria in den Himmel. In der Bibel ist die leibliche Himmelfahrt Marias, der Mutter Jesu, nicht erwähnt. Sie wird aber in den begleitenden religiösen Schriften, den Apokryphen besonders herausgestellt. Die kirchliche Lehre geht davon aus, dass nach dem Tod zunächst die Seele eines Menschen weiterlebt. Der Körper soll erst am Jüngsten Tag auferweckt werden. Damit gilt Marias leibliche Aufnahme in den Himmel als eine Besonderheit. Sie wird als Hinweis auf den „erlösten Menschen“ betrachtet.

Für die katholische Kirche beginnen mit Mariä Himmelfahrt insgesamt 30 Marientage, die mit dem Fest Mariä Namen im September abgeschlossen werden.

Papst Pius XII. verkündete 1950 das umstrittene Dogma, dass die Mutter Jesu bei ihrem Tod „mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen“ wurde.

Laut den Apokryphen fanden die Apostel bei der Öffnung des Grabes von Maria keinen Leichnam vor. Sie fanden nur wohlriechende Blumen und Kräuter.

Das begründet die Kräuterweihen, die an Mariä Himmelfahrt stattfinden.

Für die Kräuterbüsche werden traditionell mindestens sieben verschiedene Kräuter gesammelt, in einen Strauß gebunden und dann in den Gottesdiensten geweiht.

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