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Der glückselige Mensch

Archivartikel

Wer Glück empfindet, der fühlt sich wohl. Was glücklich macht, das ist von Mensch zu Mensch verschieden. Für die einen ist es eine tragende Beziehung, für die anderen die Gesundheit. Bei viele Menschen werden Glückshormone ausgeschüttet, wenn die eigenen Fähigkeiten zum Erfolg führen. So mancher wird nur glücklich durch Freunde, Kinder oder Besitz.

Glücksgefühle zeigen, dem eigentlichen Lebensziel nähergekommen zu sein. Psychologen sagen, der Mensch ist glücklich, wenn er zufrieden ist. Die angenehmen Gefühle überwiegen und er kann Dankbarkeit empfinden.

Eine regelrechte Sucht

Jedes Glücksempfinden schwindet jedoch wieder, dauerhaft ist niemand zufrieden. Und so strebt der Mensch unerlässlich nach neuem Glück. Er ist regelrecht süchtig danach.

Die Religion hat einen eigenen Begriff für das „Glücklichsein“ geprägt: das Seligsein. Gegenüber dem stets wieder vergehenden „irdischen Glück“ bezeichnet es den Zustand des anhaltenden und vollendeten Glücklichseins.

„Selig“ leitet sich vom indogermanischen „salin“ ab, was Glück und Heil zugleich bedeutet. Diesen ewigen, niemals wieder schwindenden Glückszustand verheißt das Christentum allen, die nach ihrem Tod in das „Himmelreich“ kommen. Wenn wir von einem Toten sagen „Gott hab ihn selig!“, dann meinen wir, er soll seine vollkommene und nie mehr endende Erfüllung bei Gott gefunden haben.

„Wer´s glaubt, wird selig“, die Redewendung macht deutlich, Glaube und Seligkeit gehören offenbar zusammen. Die Bergpredigt Jesu ist gekennzeichnet von den Seligpreisungen: Selig, die Armen, die Hungernden, die Traurigen, die Verfolgten… Sie gelten als Verheißung nicht nur im Himmel, sondern auch bereits für das irdische Leben.

Gesundheit, Freude oder Reichtum allein machen nicht selig. Der Mensch, der sich nur an das Materielle klammert, ständig versucht, sich abzusichern und auf sich bezogen lebt, der wird das ewige Glück nicht finden. Wer die Seligkeit sucht, der braucht auch die Bereitschaft, Schweres, Belastendes und Unerträgliches mit in sein Leben oder in das der anderen einzubeziehen.

Aufruf zum Umdenken

Die Bergpredigt ist ein Aufruf zum Umdenken. Sie sagt keinesfalls aus, das Leid auf sich nehmen zu müssen, um glückselig werden zu können. Sie will zunächst nur eine andere Einstellung der Menschen zum irdischen Leben. Zugleich zeigt sie einen Weg zum ewigen Glücklichsein auf.

Wer die Welt mit positiven Augen sieht, so sagen Psychologen, ist letztendlich glücklicher. Diejenigen, die auch die dunklen Seiten des Lebens einbeziehen und versuchen, ihnen positiv entgegenzuwirken, so könnte man folgern, die werden selig.

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