Kirche

Die sieben Schmerzen Marias

Der September gilt zwar nicht als Marienmonat, er setzt aber seit Jahrhunderten mit drei marianischen Gedenktagen ein Zeichen:

Alle drei Feste haben keinen direkten biblischen Bezug, sie gründen in der Marienfrömmigkeit vor allem des Mittelalters. Maria wird als eine Person unter den Menschen betrachtet – sie feiert Geburtstag und trägt einen Namen wie alle Menschen. Sie leidet Schmerzen wie viele.

Einen Tag nach dem Fest Kreuzerhöhung, das die Kirche gestern, am 14. September, beging und das die Verehrung des Kreuzes als christliches Siegeszeichen zum Inhalt hat, wendet der heutige Gedenktag der „Mater Dolorosa“ – der schmerzhaften Mutter – den Blick auf das Mitleiden der Mutter Jesu.

Zahl der Vollendung

Die Verehrung der sieben Schmerzen Mariens entstand im Mittelalter und wurde zunächst nur in einigen Regionen gepflegt. Im Jahr 1423 wurde das Fest der Schmerzen Mariens in der Erzdiözese Köln angeordnet, 1814 wurde es von Papst Pius VII. als Dankfest für die Rückkehr aus der napoleonischen Gefangenschaft in der ganzen katholischen Kirche eingeführt.

Die sieben Schmerzen – die Sieben gilt als Zahl der Vollendung – gelten als Kontrast zu den ebenso definierten sieben Freuden Mariens. Sie erinnern an schmerzreiche Situationen von der Weissagung des greisen Simeon bei der Darstellung Jesu im Tempel, seiner Mutter werde „ein Schwert durch die Seele dringen“, der Flucht vor dem Kindesmörder Herodes bis hin zur Passion und Grablegung Jesu.

Poesie und Musik haben das Thema der Schmerzen aufgegriffen. Am bekanntesten ist wohl das auf verschiedene Weise vertonte „Stabat mater“. Unzähligen Pietas – eine Darstellung Marias als „Mater Dolorosa“ mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus – zieren auch die Kirchen der Region. Maria ist hier Identifikationsfigur für Leidende und Trauernde. Sie sollen sich mit ihrem Schmerz nicht allein fühlen, sondern können ihn teilen, ihn gemeinsam mit Maria aushalten und Gott hinhalten.

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