Kirche

Eine Kerze in der Hand

Viele Menschen zünden bei einem Kirchenbesuch in aller Stille eine Kerze an. Andere tragen brennende Kerzen in ihren Händen, um ein Zeichen der Anteilnahme zu setzen – bei Totengedenken, Friedenskundgebungen oder angesichts von Katastrophen. In der Adventszeit setzen sich Menschen gerne vor eine Kerze, um in ihrem Lichtschein Ruhe zu finden. Und auch bei Krankheiten, Unfällen und Tod spendet das Licht der kleinen Flamme offensichtlich Trost.

Wohl liegt es auch mit daran, dass Kerzen ein Licht spenden, das als geheimnisvoll, warm und liebevoll betrachtet wird. Kaum ein anderes Ritual hat in den Kirchen und zugleich auch in der Öffentlichkeit solchen Raum eingenommen, wie das Entzünden einer Kerze. Es ist Ausdruck dafür, dass der Mensch akzeptiert, dass die Sache nun nicht mehr in eigenen Händen liegt und vielmehr darauf vertraut wird, dass eine „höhere Macht“ für ein gutes Ende sorgt.

Für Gläubige ist die brennende Kerze wie ein verlängertes Gebet, das weiter betet, auch dann, wenn die Kirche verlassen wurde oder die eigenen Gedanken schon wieder woanders sind. So vertrauen viele darauf, dass mit dem Entzünden des Dochtes auch Licht in ihr eigenes Leben und in das der Menschen kommt, für die sie die Kerze aufstellen.

Christen sehen in der flammenden Kerze einen festen Bezug zu dem Jesus-Wort: „Ich bin das Licht der Welt.“ Ihm ähnlich erzeugt die Kerze ein warmes Licht, das den Raum durchdringen kann, aber das Dunkel nicht auslöscht, sondern weiter zulässt. Sie kann nur brennen, indem sie das Wachs und damit sich selbst verzehrt. Letztlich steigt die Flamme wie auch das Geistige nach oben und damit zu Gott. Wer entsprechende Eigenschaften annimmt, so wird immer wieder betont, wird selbst beginnen zu strahlen.

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