Kirche

Einen Korb geben

Archivartikel

Wer einen Korb in den Händen hat, der möchte etwas von einem Ort zu einem andern tragen. Der offene, mit Griffen oder Henkeln versehene Behälter dient zunächst dem Sammeln, dann dem Transport. Und schließlich dient er – oft auf Tischen abgestellt – dem Verteilen des gesammelten Inhalts. Körbe sind dabei ein ideales Transportmittel für „Lebens“-Mittel.

In der Bibel wurden verschiedene hebräische Wörter mit „Korb“ übersetzt. Die bekannteste „Korbszenen“ sind die Erzählungen von der Speisung der 4000, bei der sieben Körbe voller Brocken übrig blieben, sowie die Speisung der 5000 Menschen, bei der zwölf Handkörbe nach der Austeilung der Speisen noch gefüllt werden konnten.

Bei der Beschreibung der beiden Szenen ist von unterschiedlichen Körben die Rede. Die zwei Zahlen der Vollkommenheit „sieben“ und „zwölf“ verweisen auf den unerschöpflichen Vorrat, den Gott für die Seinen zur Verfügung stellt. Die „Lebensmittel“ werden in Körben verteilt und das von Gott Gesegnete in Körben gesammelt.

Von Kanzeln und Präsenten

So wird auch die Kanzel im Gotteshaus gerne als „Korb der Kirche“ bezeichnet oder Körbe als Zeichen des gemeinschaftlichen Opferns bei den Kollekten verwendet. Einen Korb voller Geschenke, den bekommt man gerne. So werden zu Jubiläen gerne auch Präsentkörbe verschenkt.

Über einen sprichwörtlichen „Korb“ hingegen, freut sich kaum jemand. Er bedeutet nichts anderes als eine deutliche Absage zu erhalten. Einen biblischen Ursprung für die Redewendung gibt es nicht. Sie geht auf einen mittelalterlichen Brauch zurück: Wollte ein Mann um eine Frau werben, musste er sich von ihr in einem Korb zum Fenster heraufziehen lassen. War die Frau nicht interessiert, lockerte sie den Boden des Korbes, so dass der Werbende schmerzhaft auf den Hosenboden fiel! Im 17. Jahrhundert ging man dazu über, Verehrer abzuweisen, indem man ihnen symbolisch einen Korb übergab, der keinen Boden hatte.

Ein „Hahn im Korb“ ist ein Junge oder ein Mann, der von Mädchen oder Frauen umringt ist und ihre Aufmerksamkeit genießt. Hier meint der „Korb“ wahrscheinlich den aus Bast geflochtenen Käfig, mit dem die Tiere früher auf den Markt getragen wurden.

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