Kirche

Es kommt auf die Brille an

Archivartikel

Das geistliche Wort – manchmal wünscht auch Autor Stephan Volk sich einfache Lösungen in Schwarz-Weiß. Die Wirklichkeit und die Welt sind aber oft bunter und damit auch komplexer.

Vor vielen Jahren sagte mir einmal ein Pfarrer: „Stephan, ich mag keine Schwarz-Weiß-Fotografien, die Welt ist doch bunt.“ Als Kind habe ich mich riesig gefreut, als wir rechtzeitig vor der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 1970, die damals in Mexiko stattfand, einen neuen Farbfernseher bekamen, der das alte Schwarz-Weiß-Fernsehgerät ablöste. Wollen Sie es lieber schwarz-weiß oder bunt? Schwarz-Weiß hat ja auch manchmal Vorteile. Es wirkt einfacher und klarer. Manchmal wünschen wir uns einfache Lösungen in Schwarz-Weiß. Die Wirklichkeit und die Welt ist aber oft vielschichtiger, komplexer und bunter.

Auch meine Entscheidung

In der Kirche, in der Politik und im Alltag gibt es immer wieder die Alternative: Schwarz-weiß oder bunt? Welche Brille setze ich auf? Wie schaue ich auf die Wirklichkeit und wie will ich die Welt wahrnehmen? Es ist immer auch meine Entscheidung, welche Brille ich aufsetzen will oder ob ich lieber die Augen verschließe vor der Wirklichkeit und wegschaue.

Als Christen glauben wir, dass Gott eine bunte Vielfalt erschaffen hat, dass er die Menschen in ihrer Vielfalt liebt und unser solidarisches gerechtes Miteinander will. Wir glauben, dass Gott uns mit liebevollem Blick anschaut.

Manchmal gilt auch, was Antoine de Saint-Exupéry schreibt: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Schauen auch Sie mit der richtigen Sehhilfe hin.

* Der Autor Stephan Volk ist Dekanatsreferent im Katholischen Dekanat Bergstraße-Mitte.

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