Kirche

Hass zerstört die Seele

Archivartikel

Das geistliche Wort

Wir Gemeindepädagoginnen und -pädagogen sowie Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Evangelischen Dekanat Bergstraße haben uns in dieser Woche mit unseren Partnern aus dem Kirchenkreis Eisleben-Sömmerda aus Sachsen-Anhalt zu einer selbstorganisierten Fortbildung in Berlin getroffen.

Ein großes Thema dabei waren natürlich auch die Auseinandersetzungen in Chemnitz. Unsere Brüder und Schwestern im Osten haben damit natürlich sehr große Probleme. Nicht, weil die Anhänger der AfD gesellschaftliche Probleme anprangern und offenlegen, sondern weil sie für deren Lösung immer wieder die Fremden in unserem Land verantwortlich machen und einen Hass auf alles Fremde schüren. Sie glauben allen Ernstes, dass, wenn die Asylanten verschwänden, die Gewalt in unserem Land abnähme. Dadurch würden Mittel frei zur Bekämpfung der Wohnungsnot, der Rentnerarmut oder dass sich sogar der Arbeitsmarkt entspannen würde.

Die Flüchtlinge müssen als Sündenböcke herhalten, was die eigenen Ängste durch eine Art „Nationalstolz“ ersetzt, mit dem man die eigene prekäre Situation ausblenden kann. Das ging in der Geschichte und besonders in der Deutschlands noch nie gut und es bessert sich auch nicht dadurch. In einem Gespräch mit Christine Lambrecht im Bundestag hat diese auch die AfD als Boykott-Partei beschrieben, die alle sozialen Verbesserungen torpediert, eben das, was ihre Anhänger eigentlich von ihr erwarten. Als evangelische Christin rief sie uns auf, Gesicht zu zeigen, wenn es um unsere christlichen und humanistischen Werte geht.

Das Motto des letzten Kirchentages in Berlin „Du siehst mich“ aus dem ersten Buch Mose bekommt hier noch einmal eine besondere Bedeutung. Diese Gewissheit kann unsere Seele stärken, während Hass die Seele zerstört, auch die eines ganzen Volkes.

* Der Autor Bruno Ehret ist Jugendreferent im Evangelischen Dekanat Bergstraße.

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