Kirche

In die Tonne geklopft

Eine Tonne ist groß. Sie nimmt viel auf. Mit dem Begriff „Tonne“ ist in der Regel die Mülltonne gemeint. Sie schluckt alles, was offensichtlich keinen Wert mehr hat und verschwinden muss. Wer umgangssprachlich etwas in die Tonne klopft, beseitigt etwas, was er nicht mehr haben will. Er ent-„sorgt“, was ihn offensichtlich belastet. Er wirft das weg, was in seiner Nähe keinen Platz mehr haben soll.

Was als „Müll“ bezeichnet wird, hat für den Menschen offensichtlich keinen Wert mehr. Seinen Nutzen hat es offensichtlich verloren. Daher kann man es getrost „in die Tonne treten“. Was dort auf einen Haufen geworfen wird, ist schließlich aus den Augen und aus dem Sinn.

In früheren Zeiten wurde dem Müll wenig Achtung gegeben. Er konnte meist ohne eine Umweltsünde zu begehen weggeworfen werden, da die Natur dafür sorgte, dass er schnell wieder verrottete und damit sogar zur Nahrung wurde. Manchmal wurde Müll verbrannt oder einfach nur eingegraben, um ihn möglichst schnell loszuwerden.

Mit der Zeit wurde immer mehr Müll fabriziert und besteht heute oft aus Materialen, die sich schwer zersetzen. Die Müllberge wachsen und wachsen. Wir haben allmählich gelernt, den Müll zu recyceln und zu erkennen, dass alles Weggeworfene dann doch seinen Wert hat.

Noch etwas Wertvolles finden

Das kann auch auf die eigene Lebenshaltung übertragen werden. Es lohnt sich, achtsamer darauf zu blicken, was wir loswerden wollen. Vieles, was zunächst nutzlos erscheint, hat dann doch seinen Wert. Das gilt auch für Gedanken, Begegnungen, Worte und Werke. Zu leicht werten wir sie ab oder versuchen, sie in die Tonne zu klopfen – nur weil wir nicht erkennen, dass sie vielleicht doch einen Sinn haben. Es wird viel „Müll“ erzählt, vielleicht lässt sich aber doch noch etwas Wertvolles im Gesagten finden.

Nicht alles ist für die Tonne. „Wo man Müll hineinsteckt, kommt auch Müll heraus « sagt eine bekannte Phrase und ruft damit auf, schon gar keinen Müll zu erzeugen. Oft machen wir es uns zu leicht und lassen das schnell verschwinden, was hier und jetzt nicht taugt oder zumindest Mängel hat. Vielleicht hat es aber zu einem anderen Zeitpunkt einen besonderen Wert. Dennoch: Müll soll vermieden werden. Wir dürfen uns nicht wundern, wenn uns in unserem Umfeld immer mehr wert- und sinnlos erscheint. Wie sagt man doch: „Wo Müll liegt, wird noch mehr hingeworfen.“

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel