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Kein Feigling sein

Archivartikel

Ihre Frucht ist weich und zart. Sie hat eine angenehme Süße und rund um die Erde schätzt man ihre gesundheitsfördernde Wirkung: die Feige. Und weil sie so von allen Geschöpfen begehrt wird, versteckt sie sich gerne hinter großen Feigenblättern.

In der Bibel ist die Feige die erste namentlich erwähnte Pflanze. Ein Feigenbaum stand schon im Garten Eden, auch Adam und Eva sollen sich mit den Blättern des Baumes schamhaft verhüllt haben. Jesus selbst nimmt den Feigenbaum und seine Früchte als Bild in seinen Gleichnissen. Insgesamt 38 Mal erwähnt die Bibel den Feigenbaum, vor allem als Bild für Frieden und Wohlstand.

Ganz anders werden Menschen beurteilt, die als „feige“ bezeichnet werden. Sie gelten als mutlos, furchtsam und zage. Aus Furcht vor Gefahr, Verlust oder Schmerz stellen sie sich offenbar nicht der Situation und verstecken sich lieber aus Scham. Bitte ja kein Risiko und keine Konsequenzen!

Früchte tragen

Feige und damit mutlos und verzagt zu sein, das ist manchmal ein vorübergehender Gemütszustand, manchmal aber auch eine grundsätzliche Eigenart des Menschen. Wer so handelt, immer im Hintergrund bleibt und allem ausweicht, der wird Feigling genannt, weil er, wenn es darauf ankommt, eben gerne aus-„weicht“.

Biblisch betrachtet ist es zumindest Ziel des Feigenbaums „Früchte zu tragen“ und Nahrung zu sein. Manchmal – zugegebenermaßen – ist die Frucht oder damit auch die Zeit für das „sich stellen“ nicht reif. Aber immer alles „hinter dem Blatt zu halten“ und nie sein eigenes Profil zu zeigen, das wird dem Sinn des Ganzen nicht gerecht.

Auch das macht die Feige deutlich: Die reife Frucht hält nicht lange und verdirbt schnell wieder. Daher gilt es, zum rechten Zeitpunkt zuzugreifen und dann auch zu genießen. Und der Geschmack kann paradiesisch sein.

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