Kirche

Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Archivartikel

„Auf seinen Schultern ruht viel Verantwortung“, sagen wir, wenn jemand viel zu leisten hat oder eine schwere Aufgabe übernehmen muss. Die Schultern sind die Körperteile, die sich wie kein anderes zum Tragen von Lasten eignen. Sie verweisen immer auf Belastung und Verantwortung des Menschen.

Wer etwas auf die leichte Schulter nimmt, der unterschätzt die Realität und nimmt die gegebenen Tatsachen nicht wirklich ernst. Hirten transportieren ihre Lämmer gerne auf ihrer Schultern, wenn diese besonderen Schutz brauchen oder ihnen Unterstützung gegeben werden muss. So hat der Hirte in vielen Kulturen schon von alters her eine symbolische Bedeutung: Er gilt als eine schützende, fürsorgliche Gestalt, die niemand im Stich lassen möchte und der auch die Fähigkeit hat, das alles zu „schultern“.

Der gute Hirte

Das Motiv des guten Hirten wurde in verschiedenen Formen schon in vorbiblischer Zeit genutzt. Auch in der Bibel selbst zieht es sich wie ein roter Faden durch all die Schriften. Gott selbst wird mit einem guten Hirten verglichen, der dafür sorgt, dass seine Herde immer genug Wasser und Futter hat – im übertragenen Sinn auch geistige Nahrung. Die ersten christlichen Gemeinden griffen in ihrer Kunst das Motiv des Hirten als Bild für Jesus immer wieder auf. Bereits auf Fresken in den römischen Katakomben wurde Jesus mit dem Lamm auf der Schulter gezeichnet. Bis ins Mittelalter hinein waren Darstellungen des guten Hirten das das beliebteste Jesus-Motiv. Das Bild schaffte es wohl wie kein anderes, die Liebe Jesu und seine uneingeschränkte Bereitschaft, dem Verlorenen nachzugehen zum Ausdruck zu bringen.

Von Jesus selbst soll die Aussage stammen: „Ich bin der gute Hirte.“ Er sei „zu den verlorenen Schafen gesandt, um das Verlorene zu suchen und zu retten“. Schließlich wird er auch selbst als das „Lamm Gottes“, das Agnus Dei, bezeichnet.

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