Kirche

Offen für Neues sein

Wer über unzählige Möglichkeiten verfügt, dem steht - umgangssprachlich - „die ganze Welt offen“. Lässt eine Partei die Tür für eine Verhandlung offen, gilt sie als gesprächsbereit. Manche beeindrucken durch ihr offenes Wesen. Und was ohnehin bekannt ist, das gilt als „offenes Geheimnis“.

Offenheit gilt als etwas sehr Positives. Wo sie nicht vorhanden ist, da ist den Menschen etwas verschlossen oder nicht zugänglich. Der nun beginnende Advent als weihnachtliche Vorbereitungszeit ist voller Bilder, die das Öffnen thematisieren. Da werden täglich Türen am Adventskalender aufgemacht, Lieder wie „Macht hoch die Tür“ gesungen und von einer Öffnung der Herzen gesprochen. Fremde werden mit offenen Armen empfangen und offenherzig Geschenke ausgeteilt.

Psychologisch betrachtet gelten offene Menschen als einfallsreiche, interessierte Personen, die besonders aufgeschlossen für Neues und nicht Bekanntes sind. Sie werden zudem als sehr aufmerksam und emotional beschrieben. Offenheit als Haltung passt damit sehr gut in die vorweihnachtliche Zeit.

Theologisch betrachtet sind die Tage vor dem Fest eine Zeit der Erwartung und Vorbereitung. Gläubige sind aufgerufen, aufmerksamer ihre Lebenswelt wahrzunehmen und sich der Wirklichkeit zu öffnen. Im sonstigen Alltag bleibt vieles verschlossen. Wer offen ist, der definiert nicht vorab, was zukünftig passiert oder passieren soll. Er bleibt „ergebnisoffen“.

Gerade auch die Weihnachtsgeschichte zeigt, dass Gott oft anderes handelt, als erwartet. Jesus jedenfalls wurde der Bibel nach nicht in einem Palast geboren, sondern in einem einfachen Stall. Demnach gilt es, sich in der Vorstellung, was kommen könnte, immer eine Tür offen zu halten. Nur so können sich nicht zu glaubende Möglichkeiten eröffnen.

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