Kirche

Schmerzhafte Mutter Gottes

Das Wort Kapelle kommt vom lateinischen "cappa" und meint den Mantel. Ursprünglich wurde so der Ort in Paris bezeichnet, an dem seit dem 7. Jahrhundert die Mantelhälfte des heiligen Martins von Tours verehrt wurde. Der Andachtsraum für die Reliquie wurde zum Namensgeber für kleine, abgeschlossene Gebets- und Gottesdiensträume. Sie werden als Kapellen bezeichnet und sind entweder größeren Kirchen angebaut oder stehen für sich alleine in der Landschaft. Gerade in katholisch geprägten Gebieten wurden sie aus Dankbarkeit oder infolge eines Gelübdes errichtet.

1867 wütete auch im heutigen Bensheimer Stadtteil Fehlheim die Cholera. Innerhalb von drei Wochen starben mehr als 30 Personen. Der in der Gemeinde tätige Kaplan Lemb rief dazu auf, Fürbitte bei Maria zu leisten und ihr zu Ehren eine Kapelle der "Schmerzhaften Muttergottes" zu errichten. Mit dem Gedächtnis der "sieben Schmerzen Mariens" wird an deren Mitleiden am Lebensweg ihres Sohnes erinnert.

Der Überlieferung nach trat bereits, als in Fehlheim die ersten Steine für die Kapelle gesetzt wurden, kein neuer Krankheitsfall mehr auf. Es verstarb keine weitere bereits an Cholera erkrankte Person; alle wurden gesund.

Die Fehlheimer Kapelle, deren Grundstein am 15. September 1867 gesetzt wurde, ist nun 150 Jahre alt und wird von den Einwohnern gepflegt und täglich besucht. Auch finden nach wie vor Prozessionen zu dem Gebets- und Gedenkort statt. Der 15. September gilt in der gesamten katholischen Kirche dem Gedächtnis der "sieben Schmerzen Mariens". Es wurde 1814 von Papst Pius VII. eingeführt.

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