Kirche

Sich ewig im Kreis drehen

Archivartikel

Läuft alles rund, dann meinen wir damit: Es klappt und ist in Ordnung, was wir beabsichtigen. Machen wir eine Sache rund, dann bringen wir sie zur Vollendung. Was rund ist, hat kein Anfang und kein Ende. Daher ist der Kreis oder der Ring auch zum Symbol des Ewigen geworden. Er steht für das Göttliche.

Und Paare tragen den Ring als Zeichen der ewigen Liebe. Manchmal schließt sich ein Kreis, dann hat sich gerade das ergeben, was zur Vollendung noch gefehlt hat. Oder aber es sagt aus, man steht plötzlich wieder am Anfang. Hier besteht die Gefahr eines Kreises. Kreist man ständig um dieselben Themen und das, was man sich zur eigenen Mitte gesetzt hat, dann kommt man nicht vorwärts. Man dreht sich im Kreis, erzielt keine Fortschritte. Auch die Versuchung ist groß, das zu tun, damit möglichst alles um sich herum nur um sich selbst kreist. Man will wahrgenommen und akzeptiert werden.

Manche Kreise ermüden, weil sie sich immer neu nur um die eigenen Themen drehen. Das Ganze wird dann gerne zu einem Strudel, aus dem der Einzelne nicht mehr herauskommt. Wer sich ständig im Kreis dreht, der findet schwer Zugang zu anderen, auch nicht zu anderen Wirklichkeiten.

Gerade die Fastenzeit lädt dazu ein, nicht immer um das Gewohnte zu kreisen, sondern auch mal aus dem Kreis zu scheren.

Wer nämlich aus dem Gewohnten ausbricht, der eröffnet sich neue Wege und neue Perspektiven. An dieser Erkenntnis gibt es nichts zu drehen.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel