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Sonnenanbeter

Archivartikel

Auf- und Untergänge der Sonne haben ihre Faszination und werden von vielen mit Urlaub assoziiert. Diejenigen, die sich auf Handtüchern oder Liegen den Strahlen der Sonne aussetzen, werden umgangssprachlich gerne als „Sonnenanbeter“ bezeichnet. Die Menschen verehren die Sonne schon seit Tausenden von Jahren. Sie wurde angebetet, ihr wurde geopfert, ihre Wirkung gefürchtet. Es wurden Sonnengötter und -göttinnen verehrt.

Auch das Christentum hat Feste wie Ostern oder Weihnachten am heidnischen Sonnenkult orientiert oder ihre Kirchen in Richtung der aufgehenden Sonne ausgerichtet. Die Auferstehung Jesu wird von Christen seit alters her mit der aufgehenden Sonne verglichen. Es gibt Gebete und Lieder, die die Sonne als Sinnbild Gottes preisen.

Franz von Assisi verfasste im 13. Jahrhundert seinen berühmten Sonnengesang, in dem er die Schönheit der Schöpfung preist und Gott dafür dankt. Die Sonne bezeichnet er als Bruder der Menschen. In der deutschen Übersetzung wird die Sonne zur Schwester.

Der Sonnengesang des Franziskus darf nicht mit dem sich aus dem Yoga entwickelten und populären Sonnengruß verwechselt werden, der auch als „Sonnengebet“ bezeichnet wird. Diese „Gruß an die Sonne“ ist eine Abfolge von mehreren Körperhaltungen, die im Atemrhythmus ineinander übergehend geübt werden. Der Sonnengruß soll - wie der Sonnengesang - die Ehrfurcht und tiefe Demut vor der Sonne und dem Göttlichen zum Ausdruck bringen. Franziskus Sonnengesang richtet sich jedoch direkt an Gott, den Schöpfer. Die Sonne wird von ihm wie die ganze Schöpfung nicht verklärt, sondern dient als Grund für einen Lobpreis und Dank an Gott.

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