Kirche

Verharren im Gebet

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„Ich harre der Dinge, die da kommen“, das sagt so mancher, der gelassen in die Zukunft blickt. Wer harrt, der wartet geduldig ab. In ihm steckt eine Erwartung. Er weiß, was auf ihn zukommt und gibt dem Ganzen Zeit.

So mancher beharrt aber auch auf seinen Standpunkt. Er rückt nicht von seiner Meinung oder Position ab, auch wenn er erkennt, dass alles andere schon in eine andere Richtung geht.

Woher das Wort „harren“ stammt, das ist bis heute nicht geklärt. Vielleicht lehnt es sich an das lateinische „hora“ an, was nichts anderes als die „Stunde“ meint und damit ausdrückt, wer harrt, der gibt dem erwarteten Ereignis oder der Person noch Zeit.

In den Bibelübersetzungen hat das erst im Hochmittelalter aufgekommene Wort „Harren“ heute seinen festen Platz. So heißt es heute im Psalm 27: „Sei stark, und dein Herz fasse Mut, und harre auf den Herrn! (Psalm 27, 14). Die Apostelgeschichte erzählt, dass Maria, die Mutter Jesu, und die Jünger vor dem Pfingstereignis „einmütig im Gebet verharrten“.

In Anlehnung auf die Zeit des „Verharrens“, wie es die engsten Vertrauten von Jesus offensichtlich praktizierten, begeht die Kirche noch heute ein neuntägiges Gebet um den Heiligen Geist. Das hat den Namen Pfingstnovene erhalten. Es sind neun Tage nach der Himmelfahrt Christi, an denen die Jünger mit Maria zurückgezogen im Gebet lebten, bis nach dem Bericht der Apostelgeschichte an Pfingsten der Heilige Geist über sie kam.

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