Kirche

Vom Tauchen zum Taufen

Da wird ein Projekt „aus der Taufe gehoben“, und man meint damit, etwas Neues wird begonnen. Ein anderer hat eine „Feuertaufe“ zu bestehen und muss sich damit einer Bewährungsprobe unterziehen. Oder es werden Schiffe getauft und mit feierlichem Ritus das erste Mal zu Wasser gelassen.

Dabei ist die Taufe an sich ein altes religiöses Zeichen und das erste, alle Christen verbindende Sakrament. Es geht auf die Taufe Jesu zurück. Er ließ sich, bevor sein öffentlicher Auftritt begann, der Bibel nach am Jordan von seinem Verwandten Johannes taufen. Die Taufe ist eng mit dem Tauchen verbunden. Beide Begriffe haben denselben Ursprung. Das griechische Wort für „taufen“ im Neuen Testament ist „baptízein“. Es bedeutet „ein-„ oder „untertauchen“. Wer untertaucht, der begibt sich in eine Umgebung, für die er mit Blick auf seine biologischen Anlagen nicht geschaffen ist. Im Wasser selbst ist er nicht überlebensfähig.

Ohne Wasser kein Leben

Dennoch ist der Mensch auf das Wasser angewiesen. Ohne Wasser kein Leben. Es reinigt und in ihm kann alles Schlechte ertränkt werden. Der Mensch selbst muss aus dem Wasser wieder auftauchen, um weiter leben zu können. Ursprünglich wurde die Taufe als Bußakt verstanden. Der Mensch muss in die Tiefe gehen und sich reinigen, um neu beginnen zu können. Nach christlichem Verständnis wird der Täufling in der Taufe mit Christus „begraben in den Tod“ und zum Leben mit ihm erweckt. Das Ritual mit dem Wasser soll die „Schwelle zwischen dem alten Sein des Menschen in der Sünde und dem neuen Sein Lebens in Christus“ sichtbar und erlebbar machen.

Mit der Taufe, so erkennen alle christlichen Konfessionen an, erhält der Getaufte Anteil an der Auferstehung und er wird Teil des universalen Leibes Christi, der Kirche.

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