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Von Dornen und Stacheln

Archivartikel

Stacheln und Dornen wehren ab. Mit ihnen schützen Pflanzen sich vor ihren Feinden. Gerade in besonders trockenen Wüstengebieten ist das wichtig, da es hier für Tiere nicht viel pflanzliche Nahrung gibt. Dicht beieinander stehende Dornen verhindern dabei auch zuviel Sonneneinstrahlung. Und nicht zuletzt helfen Stacheln und Dornen – botanisch besteht zwischen beiden ein Unterschied – den Gewächsen auch dabei, um in die Höhe zu klettern.

Aus Sicht der Menschen sind Stacheln und Dornen jedenfalls lästig. Eine Begegnung endet meist blutig. Zudem verursachen die spitzen Gebilde Schmerzen, wenn sie ins Fleisch dringen.

Sitzt etwas „wie ein Stachel im Fleisch“, dann meinen wir damit, hier herrscht eine ständige Bedrohung oder es besteht ein ständiges Ärgernis.

In der bildenden Kunst stehen Dornen und Stacheln als Symbol für das Leid. Jesus wurde eine Dornenkrone aufgesetzt, um dessen Leiden zu verstärken. Sie bringen Verletzungen und Blut. Dornen und Stacheln wurden schon in früher Menschheit mit dem Bösen in Verbindung gebracht.

Die Redewendung jemandem „ein Dorn im Auge sein“, bezieht sich auf die biblische Geschichte von Moses, bei der Gott das Volk Israel warnt, die Einwohner von Kanaan könnten „zu Dornen werden in euren Augen“. Paulus wertet die eigene Überheblichkeit als ein „Dorn im Fleisch“, das der Satan mit der Erlaubnis Gottes ihm zufügen durfte. „Tod, wo ist dein Stachel?“, mit diesen Worten höhnt er in seinem Brief an die Korinther mit heiterer Gelassenheit gegen den letzten und mächtigsten Feind des Lebens, der nach seiner Überzeugung durch die Auferstehung Jesu völlig entmachtet wird.

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