Kirche

Wählt Menschlichkeit

Das geistliche Wort: Ein Zusammenleben in Vielfalt kann nur gelingen, wenn wir einander in Offenheit und mit Respekt begegnen.

Am kommenden Sonntag entscheiden wir - , das Wahlvolk - , wieder einmal, wer uns die nächsten vier Jahre regieren wird. Wissen Sie schon, wo Sie Ihr Kreuz machen werden?

Die deutsche Caritas mischt sich in den letzten Wochen mit der Aktion "Wählt Menschlichkeit" in den Wahlkampf ein. Ziel der Aktion ist es, im Vorfeld der Wahl ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Vorurteile und Ausgrenzung zu setzen. Es wird daran erinnert, welche Werte für eine freie Gesellschaft unabdingbar sind: Solidarität, Respekt und Mitmenschlichkeit.

Besonders ausführlich und kontrovers wurde in den Fernsehdebatten der vergangenen Wochen die Frage diskutiert, wie wir mit denjenigen umgehen, die zu uns geflohen sind. Die Aussagen populistischer Kräfte dazu beschäftigen und bedrücken viele. In Zeiten, in denen Menschen ihr Leben und das, was ihnen wichtig ist, als unsicher empfinden, haben einfache Lösungen Hochkonjunktur. Viele Menschen leben in dem Gefühl, abgehängt und von der Politik vergessen zu sein.

Es ist Aufgabe der Politik, aber auch der gesellschaftlichen Kräfte und der Kirchen, diese Befürchtungen aufzugreifen, aber sie nicht auch noch zu verstärken.

Es gilt unter dieser Prämisse, die Zusammenarbeit mit all denen zu suchen, die sich für zwischenmenschliche Solidarität einsetzen. Denn ein Zusammenleben in Vielfalt kann nur gelingen, wenn wir einander in Offenheit und mit Respekt begegnen.

Viele Gesellschaften wünschten sich, frei und demokratisch wählen zu dürfen. Wir haben diese Möglichkeit: wählt Menschlichkeit.

* Der Autor Martin Fraune ist Leiter des Caritaszentrum Heppenheim.

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