Kirche

Wie das Salz in der Suppe

Salz ist ein lebenswichtiger und damit unverzichtbarer Stoff. Der Körper ist darauf angewiesen. Pro Tag muss jeder Mensch etwa sechs Gramm Salz zu sich nehmen, um seinen Bedarf decken zu können.

Wenn wir von etwas sagen, es sei das „Salz in der Suppe“, dann drücken wir damit aus, es gibt der Sache den richtigen Pfiff. Es ist die ideale Ergänzung dafür, die Sache perfekt zu machen. Eine Suppe mit zu wenig Salz schmeckt in der Regel fade. Nur ein paar Salzkörner als Würze reichen, um sie schmackhaft zu machen. Salzwasser hilft bekanntlich bei der Heilung von Wunden. Es kommt – wie auch beim Würzen der Speisen – auf die richtige Konzentration an. Die falsche Dosierung kann negative Folgen haben. Wer umgangssprachlich jemandem „Salz in die Wunde streut“, der führt ihm seine Fehler und Unzulänglichkeiten schmerzhaft vor.

In Vergangenheit war Salz ein sehr wertvolles Gut. Es wurde als „weißes Gold“ bezeichnet und war Garant für Macht und Reichtum. Die frühen Hochkulturen nutzten es als Gewürz und als Konservierungsmittel für ihre Nahrung. In biblischen Zeiten wurde es aus Meerwasser oder aus Ablagerungen in Salzwüsten gewonnen – meist mit erheblichem Aufwand. Jesus bezeichnet seine Jüngerschaft als „Salz der Erde“ und warnt, es dürfe nicht „fade“ werden.

Salz verliert seinen Geschmack grundsätzlich nicht. Im Lebensumfeld Jesu wurden zum Würzen und Konservieren Salzklumpen aus dem Toten Meer verwendet. Sie erhielten neben Kochsalz viele andere „unreine“ Bestandteile. Sie sorgten gerade dann, wenn das Würzmittel feucht wurde für einen „faden“ Geschmack. Für „fade“ wird im griechischen Urtext das Wort verwendet, das wörtlich „dumm“ bedeutet. Demnach wäre es nach Jesu Aussage unklug, „unrein“ zu sein; man muss aufpassen, dass nichts verwässert oder mit Schmutz durchzogen wird. Wenn das Salz damit „fade“ wird, verliert es seinen eigentlichen Sinn. Wer für die Welt „Salz“ sein soll, von dem wird erwartet, rein und zugleich „Würze“ zu sein.

Jesus spricht nicht davon, dass die von ihm Berufenen Salz sein sollen, er betont „Ihr seid das Salz der Erde.“ An dem Status lässt sich nichts mehr ändern. Andere sind auf das Lebensnotwendige und die Würze angewiesen. Wenn es nicht gegeben wird, steht hier eine Warnung Jesu: „Es (Das Salz) taugt zu nichts mehr, als hinausgeworfen und von den Menschen zertreten zu werden“ (Matthäus 5, 13).

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